Anne-Marie Flammersfeld

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Freitag, 31. Juli 2015

Speedrun auf den Kilimanjaro- neuer Weltrekord!

Ich wollte einfach mal wissen, wie es sich anfühlt, bis auf 5895 Meter zu rennen. Nicht 5895 Meter in der Ebene, sondern in der Vertikalen! Und da ich schon mal in Tansania wegen des Bottom Up Projekts war und vom Speedrun wusste, wollte ich es ausprobieren. Das war meine Intention. Mehr nicht. Ich wollte nicht schneller als jemand anderes sein. Ich wollte einfach mal wissen, wie es sich anfühlt und wie schnell ich sein kann. Das ist mein Motto bei meinen Projekten. Solange ich nicht selber gespürt, gefühlt, erfahren habe, kann ich nicht mitreden. Ich möchte selber Erfahrungen machen und lernen. -
Gelernt habe ich bei meinem Speerdun ziemlich viel. Wofür ich diese Erfahrungen brauche? Ich weiß es nicht; aber ist einfach ein irres Gefühl, etwas geschafft zu haben, was einem lange im Kopf herumgeschwirrt ist. Und dabei geht es nicht um den super-mega-Erfolg. Es geht darum, etwas auszuprobieren und zu sehen, ob die Theorie in die Praxis umsetzbar ist.

Um 5:20 Uhr drücke ich den Startknopf auf meiner GPS-Uhr. Das Licht der Lupine-Stirnlampe brennt auf Vollgas und der stockfinstere Regenwald wird durch den Schein der Lampe hell erleuchtet. Der Weg vom Umbwe-Gate auf ca. 1600m schlängelt sich durch dichten, saftigen Regenwald. Die Luft ist feucht und mein Atem wird im Schein der Lampe sichtbar. Da ich die letzten 10 Tage nicht gerannt bin, dauert es eine Weile, bis sich mein Körper auf das Tempo einstellt und die Bronchien sich öffnen. Ich schnaufe laut durch Mund und Nase- ein beruhigendes Geräusch, das fast alle anderen Geräusche des Waldes übertönt. Ich möchte nicht wissen, welches Tier mich beobachtet und fokussiere meine Gedanken extrem auf das Licht und meinen Atem. Nach gut einer Stunde wird es langsam hell und das Morgengrauen zeichnet sich ab. Nach 1h47min erreiche ich bereits das erste Camp auf ca. 2900m. Ich freue mich sehr, als mir ein Guide entgegenspringt und ich meine Wasserflaschen auffüllen kann. Mittlerweile ist es richtig hell geworden und ich kann die Stirnlampe ausschalten. Schnell noch einen Bissen in den Oat King-Riegel mit Erdnussbuttergeschmack und dann im steten Rhythmus weiter bis zum Barranco-Camp auf ca. 3900m. In diesem Camp sind ziemlich viele Wanderer unterwegs und putzen sich die Zähne oder schlürfen den ersten Kaffee- es ist ja gerade mal 8:30! Verwunderte Blicke werden auf mich gerichtet und hier und da höre ich ein "Die ist aber schnell unterwegs!". Das gibt mir Motivation und freut mich total! Auch in diesen Camp werde ich von einem Guide mit Wasser und Riegeln versorgt. Weiter geht es im alpinen Gelände über schmale Geröllpfade, bis ich die dritte Vegetationszone erreiche: die Wüstenlandschaft ruft Erinnerungen der Gobiwüste wach und viele Bilder von meinem damaligen Wettkamapf springen aus meinem Gedächtnis in die Realität. Nun wird es langsam etwas zäher und ich merke, dass die Luft dünner wird. Das Atmen wird anstrengender und ich zwinge mich, viel zu trinken und viele einfache Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Am Arrow Glacier Camp wartet Jeff, Koch und Guide der Agentur Trekili auf mich mit meiner warmen Daunenjacke, die ich auch sofort anziehe. Noch einen Oat King und die Gummibärchen einpacken, Getränk auffüllen, tief durchatmen: die letzten 1000hm liegen vor mir. Was auf mich wartet: schönste Felskletterei im einfach Schwierigkeitsgrat. Diese letzten 1000hm wären ein richtiger Genuss: aber auf über 5000hm ist alles nicht mehr so einfach. Jeder Schritt ist konzentriert und setze Hände und Füsse wohl überlegt auf den Felsen, um Kraft zu sparen. Nach jedem grösseren Schritt oder Zug muss ich Pause machen und kräftig atmen. Ich erhole mich aber immer recht schnell, was mir Hoffnung und Motivation macht. Mit den folgenden Höhenmetern merke ich, dass es in meinem Kopf anfängt zu "spinnen". Es sind keine Kopfschmerzen, dafür ein Gefühl, als hätte ich eine Flasche Gipfelschnaps getrunken. Ich konzentriere mich noch mehr und esse noch mehr Gummibärchen und trinke nach allen 50 Schritten etwas Carbodrink. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser letzte Teil alles von mir fordern würde. Ich denke daran, aufzuhören, möchte mich hinsetzen und pausieren. Doch eine innere Stimme treibt mich an und als ich auf die Uhr schaue, stelle ich fest, dass nur noch 400hm bis zum Gipfel fehlen. Ich komme mir vor wie eine Schnecke: langsam, aber stetig schiebe ich mich höher bis ich schließlich den Krater erreiche. Ich bin überglücklich. Die folgenden 400 Meter sind flach, dann geht es nochmals für ca. 150hm rauf über übelstes Geröll. Ich rutsche mit jedem Schritt immer wieder nach unten und muss mich extrem auf die Stöcke stützen. Durch diese enorme Anstrengung bin ich nach jedem Schritt extrem erschöpft. Von oben höre ich den Guide Matt rufen: "Wonderwomen, go! You do a great job!" Ich höre diese Worte zwar, aber wirklich aufnehmen kann ich sie nicht mehr. Ich frage mich, was ich hier gerade eigentlich mache. Ich denke nicht ans Umdrehen. Aber der Sinn fehlt mir gerade. Ich bin so ehrlich zu mir. Alles ist so klar und jegliche Gedanken sind verflogen. So muss sich ein alter Yogi fühlen, wenn er nach 20 Jahren Meditation wieder aufwacht. Ich denke an meinen verstorbenen Freund und Begleiter Basti, der so oft in großen Höhen auf 8000hm unterwegs war. Ich kann seine Erfahrungen und Erlebnisse nun besser verstehen, da ich gerade etwas ähnliches erlebe. Die letzten Meter bis zum Gipfel sind flach, doch mein Gang ähnelt einem Betrunkenen. Ich bin oben. Ich stoppe die Zeit: 8h32min. Ich bin schnell gewesen. Ich haben einen neuen Rekord aufgestellt. Einen Weltrekord. Doch das ist mir im Moment überhaupt nicht wichtig. Ich habe neue Erfahrungen gesammelt, die ich unbedingt erleben wollte. Nun will ich nur noch runter. So schnell es geht diese Höhe wieder verlassen. Es dauert seine Zeit bis ich mich wieder normal fühle: als ich auf 3000hm im Mweka-Camp ankomme, ist der "Hangover-Zustand" vergangen. Ich fühle meine alte Stärke und beginne nun richtig schnell zu rennen. Ein Hochgefühl rast durch meinen Körper und ich fliege nur so über die Wege. Ich tauche wieder ein in den Regenwald und laufe, als würde ich mich gerade auf dem Warm-Up-Teil befinden. Um 18 Uhr 18 erreiche ich das Gate und werde von meinen Freunden mit Bier und Sekt begrüsst. Ich bin fix und fertig, fühle mich aber großartig. Dass ich einen neuen Rekord aufgestellt habe, ist mir in dem Moment überhaupt nicht wichtig. Ich nehme nur eine große Dankbarkeit und Freude in mir wahr, die ich mit keinem teilen kann, außer mit mir selber.

Einen riesen Dank an Trekili für die Organisation und an all meine Sponsoren, Freunde und alle, die mitgefiebert und mir best vibrations geschickt haben!








Sonntag, 12. Juli 2015

Live Tracking in Tansania!

Das Projekt Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits startet!
Auf gehts nach Tansania: Vom 16.7.-19.7. gehts mit dem Bike quer durch`s Land. Vom 20.7.-23.7. mit den Wanderschuhen bis auf den Gipfel des Kilimanjaro. Am 25.7. starte ich dann nochmals, um die 4200 Höhenmeter und 20 Kilometer in einer Tour zu bewältigen. Schauen wir, wie schnell ich sein kann.
Zudem besuche ich die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza, für die ich hier einige Laptops und Turnschuhe sammeln konnte! Vielen Dank nochmals an alle!

LIVE TRACKING:
www.bottomupclimbs.org


You can follow us in Tanzania when we start the Bottom Up Climbs Africa! From the 16th-19th of July we are cycling through the country. From the 20th-23rd of July we will climb Mount Kilimanjaro. On the 25th I will try to run up Kilimanjaro in a speed style!

LIVE TRACKING:
www.bottomupclimbs.org

Montag, 29. Juni 2015

Laptops und Turnschuhe für Tansania

Mein Projekt "Bottom Up Climbs" führt mich dieses Jahr nach Afrika. In Tansania steht der höchste Vulkan Afrikas- der Kilimanjaro mit 5895 Metern. Auf meiner Reise auf den afrikanischen Kontinent werde ich auch die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza besuchen, für die ich als Botschafterin tätig bin. In Daressalam wird seit Jahren ein Waisenhaus betreut und mit Spenden versorgt. Ganz konkret suche ich für die Kinder gebrauchte, aber noch funktionsfähige Laptops samt Ladekabel. Wer noch ein solches Gerät im Schrank stehen hat, kann es mir gern bis zum 10. Juli zukommen lassen (Tel. 079 433 67 02). Zudem würde ich gerne auch Joggingschuhe mitbringen: wer hat noch ein Paar, das nicht mehr gebraucht wird?

ABGABE: Im SKISERVICE CORVATSCH Silvaplana-Surlej oder Pontresina bis 10. Juli 2015!
Herzlichen Dank!

Alle Infos zur Stiftung auf:

Wer unser Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies auf der Crowdfunding - Seite machen: es warten tolle Angebote für die Spender!


Dienstag, 2. Juni 2015

Weltmeisterschaft in Annecy: Was für ein Rennen!!

Es ist schon eine sehr große Ehre, im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft an den Start zu gehen. Bei meinem Debüt war ich doch schon sehr aufgeregt und hatte absolut keine Ahnung, was mich erwarten sollte. Über 300 Athletinnen und Athleten aus 38 Nationen waren gemeldet und trafen am Donnerstagabend bei der Eröffnungszeremonie zusammen. Jede Nation hatte eine Fahnenträgerin und durfte stolz die Nationalfarben präsentieren. Der äußere Rahmen war zwar etwas kleiner als bei einer Fußballweltmeisterschaft, aber es war mindestens genauso aufregend und spannend! Bevor wir zur Präsentation auf die Bühne gebeten wurde, gab es ein tolles Showprogramm mit verschiedenen Beiträgen aus Gleitschirmpiloten, Fallschirmspringern, Hochspringern und Breakdance. Es war ein tolles Gefühl sich als Mannschaft dem Publikum zu präsentieren. Mit einem Dinner wurde der Abend dann nicht allzu spät beendet. Am Freitag stand die Entspannung an oberster Stelle. Zudem bekamen wir beim technischen Meeting noch die letzten Informationen und Tipps zur Strategie. Hier hörte ich besonders interessiert zu, da sich meine Erfahrung mit Ultra-Trail-Races noch sehr in Grenzen hält. Unser Betreuer Jens gab uns mit auf den Weg, dass der Wettkampf erst nach der Hälfte richtig losgehen würde und wir uns die Kräfte gut einteilen sollten. Da ich mir eigentlich nie eine Renntaktik überlege, wollte ich es dieses Mal versuchen!
Um 3:30 Uhr war der Start in der Dunkelheit des Morgens und im Licht eines kleinen Feuerwerks rannten wir los, als wenn wir auf der Flucht wären. Ich ließ mich mitreißen und stürmte die ersten flachen Kilometer in einem sehr schnellen Tempo mit. Die ersten 1250 Meter im Anstieg ließ ich es dann etwas langsamer angehen. Die Trails im Wald waren sehr matschig und rutschig, da es in der Nacht geregnet hatte. Bei einer unglücklichen Landung in einem Matschloch dachte ich schon, mein Rücken sei gebrochen! Aber nach einer kurzen Schockphase war alles wieder gut. Der Morgen graute, als ich den ersten Verpflegungscheckpunkt erreichte. Unser Betreuerteam hatte alles gut vorbereitet und ich konnte schnell meine Flaschen auffüllen und wieder weiter rennen. Die Tatsache, dass ich als 24.igste im Rennen war, machte mir doch etwas Sorge. Das Teilnehmerfeld war bei den Männern und Frauen einfach enorm stark und die Weltelite rannte ein ganzes Stück weiter vor mir. Ich motivierte mich weiterhin durchzuhalten, da ja auf 85km so einiges passieren kann. Beim ersten Abstieg merkte ich dann schnell, dass mein Kopf nicht im Downhill-Modus war, da ich jeden Schritt wohl überlegte. Das machte ich total langsam und ich wurde von einigen vielen Läuferinnen überholt, was mich total wahnsinnig machte. Beim nächsten Aufstieg konnte ich dann wieder an allen vorbeiziehen, was mich überraschte, da uphill normalerweise nicht so meine Stärke ist. Somit verlor ich trotzdem bestimmt 10 Plätze. Ab Kilometer 60 oder 65 merkte ich dann, dass ich langsam in Fahrt kam und auch das es bergabwärts besser lief. Aus unserem Team wurde ich dann von Ildiko bei Kilometer 70 überholt... wir motivierten uns gegenseitig, da es ihr auch nicht so gut ging.
Beim dritten Verpflegungsposten füllte ich wie gewohnt alle Flaschen auf und das Team agierte sehr eingespielt: "Willst du noch was essen? Magst Du Käse oder ein Brot? Und was ist das überhaupt für ein Keks, den du da immer isst (Bärenbiberli!)..." Ich schüttete mir das Iso-Geträn rein, zusammen mit einem Booster und dann noch eine Salztablette. Irgendetwas in dieser Mischung passte nicht ganz zusammen und fortan rannte ich mit übelsten Seitenstechen weiter. Ich glaube, diese Mixtur hat meinen Magen etwas überreizt... Wieder etwas gelernt.
Der letzte Aufstieg zog sich dann lange hin. Die Steigung war nicht sonderlich schwer, aber ich marschierte trotzdem lieber in einem schnellem Tempo, als dass ich joggen wollte.  Vielleicht würde ich so eine Steigung beim nächsten Mal auch joggen: da fehlt es mir einfach an Erfahrung! Nachdem ich den letzten Gipfel passiert hatte, ging es 750 Meter auf ca. 4 Km Länge bergab. Der Trail war anspruchsvoll, eigentlich ganz mein Favorit! Und siehe da: die Beine rollten wie von selbst, die Stöcke gaben mir den notwendigen Halt und der Kopf war frisch! Wer hätte das gedacht. Und so konnte ich noch ein paar Damen überholen, da ich es einfach krachen ließ. Der letzte Kilometer in Richtung Ziel war dann auch nochmal super schnell, da ich schon wieder eine Dame im Rücken hatte. Mit einer Zeit von 11 Stunden 21 Minuten und dem 21.igsten Rang bin ich eigentlich sehr zufrieden. Wäre es bergab besser gegangen, wäre eine schnellere Zeit möglich gewesen. Und dann hätten wir vielleicht auch noch den 3. Platz in der Teamwertung geholt. Somit wurden wir Frauen "nur" 4.- was die internationalen Fachbeobachter aber allemal erstaunte!
Im Zielbereich habe ich mich dann erstmal am Buffet durchgegessen, da mein Körper doch etwas hungrig war. Dazu noch einen fetten Oat King Riegel mit Erdnussbutter und die Regeneration konnte starten!
Es war ein tolles Erlebnis und das deutsche Team ist eine super Gruppe von lustigen Leuten. Als ehemalige Handballerin bin ich es ja gewohnt, in einer Mannschaft zu "spielen". Ich habe mich gefreut, dass ich bei einer Weltmeisterschaft dabei sein konnte. Ich habe viel gelernt und hoffe, dass ich diese Erfahrung in die nächsten Wettkämpfe einbauen kann. Vielen Dank an alle, die mitgefiebert haben. Fotos folgen!
Resultate:
http://maxirace.livetrail.net/classement.php?course=monde









Freitag, 22. Mai 2015

Kilimanjaro: Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits

Das Projekt "Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits" geht im Juli 2015 in die 2. Runde! Wir werden den höchsten Vulkan Afrikas bersteigen und zwar wieder vom tiefsten Punkt. Alles aus reiner Muskelkraft. Wir starten in der Hafenstadt Tanga in Tansania und werden mit dem Mountainbike ca. 400 Kilometer in Richtung Nationalpark fahren, bis wir in Moshi ankommen. Von dort wechseln wir in die Laufschuhe und erklimmen die luftigen Höhen des 5895 Meter hohen Kilimanjaro. Im Moment arbeiten wir an der Logistik und planen alles bis ins Details. Zumindest versuchen wir das. In Afrika geht halt alles ein bisschen langsamer zur Sache. Die ersten beiden Tage vor Ort nutze ich dazu, die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza zu besichtigen. Nachdem ich 2012 auf meiner Reise in die Antarktis einen Stop bei den Projekten in Argentinien machen konnte, freue ich mich nun, in Tansania einen Eindruck zu bekommen.
Da diese Reise etwas komplexer ist und wir auch ein Kamerateam mitnehmen, haben wir ein Crowdfunding gestartet, um unserer Idee zu teilen, aber auch um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Das Geld, welches wir aus der www-community bekommen, werden wir u.a. in einer lokale Agentur vor Ort investieren, die uns bei der Logistik und bei der Besteigung des Kili`s behilflich ist. Somit geben wir einen Teil des Geldes zurück! Zudem werden bestimmte Beträge an meine Stiftung Paulchen gespendet sowie an eine private Stiftung zur Unterstützung der Erdbebenopfer in Nepal. Wir fühlen uns mit Euch allen verbunden und sind dankbar für jede Unterstützung.
Hier der Link zu unserem Crowdfunding:
https://www.indiegogo.com/projects/bottom-up-africa#/story

www.bottomupclimbs.org




Dienstag, 19. Mai 2015

Die Vorbereitungen laufen...

Es ist schon lustig, wenn ich hier im Dorf meinem Alltag nachgehe und bei der Post von der netten Beamtin gefragt werde, warum ich die Briefe in die Nachbardörfer eigentlich nicht selber vorbeibringe. Wo ich doch schon so viel laufen würde. Da könnte ich mir doch das Porto sparen! Die Dame hat Recht!
Oder wenn ich immer wieder sonntags auf meinen "Lieblingsberg" Muottas Muragls hochrenne und immer wieder Freunde treffe. Die fragen dann nur noch: wie häufig bist du heute schon rauf,- und runtergerannt, anstatt: schön, dich auch hier zu treffen.
Das Training der letzten Wochen und Monate war im Fokus für den nächsten Wettkampf: die Weltmeisterschaften im Ultra Trail Running in Frankreich. Auch hierzu gibt es immer wieder schöne Kommentare von Freunden und Bekannten, wie zum Beispiel: "Oh, toll, wird das auch im Fernsehen übertragen?" Ich glaube, viele denken bei dem Wort Weltmeisterschaft gleich an Fussball. Leider ist die Sportart, die ich betreibe, nicht annähernd so bekannt. Es werden aber sicher ein paar Leute von der Presse vor Ort sein, die darüber berichten.
Die Weltmeisterschaft findet in Annecy statt und führt über eine Länge von 85km und 5200 positiven Höhenmetern. Auch hier wieder ein Auszug von Kommentaren: "Wie, 5200 Höhenmeter, aber so hoch ist es dort doch gar nicht. Die Berge da sind doch höchstens 1800 Meter hoch!" Ja, genau, der höchste Punkt der Strecke ist ca. 1650 Meter hoch. Läuft man diesen Berg aber ein paar Mal rauf und runter und wieder rauf und runter, dann summiert sich das auf gute 5000 Höhenmeter.
Wieso ich für das Deutsche Nationalteam nominiert wurde? Weil ich letztes Jahr den Zugspitz Ultra gewonnen habe. Das war quasi eine Probe. Wir hatten unser erstes Teamevent meines Bekleidungssponsors "You versus You - UVU- Racing" im Rahmen dieses Wettkampfes und ich war quasi automatisch angemeldet. Dass ich nun für die Nationalmannschaft laufen darf, würde den Basti Haag sicherlich freuen. Als unser Teammanager hatte er immer viele wilde Ideen und ich höre noch seine Worte: Mensch, Änny, wäre das super, wenn du für Deutschland starten kannst. Das wird super!" Bei Basti war ja eh immer alles super!
Also habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten mal ordentlich zusammengerissen und trainiert wie eine Gemse. Immer auf der Suche nach schneefreien Trails und immer auf der Mission, möglichst viele Höhenmeter in die Beine zu bekommen und das mit einem Lächeln im Gesicht.
In jeder Vorbereitungsphase lerne ich dazu. So auch dieses Mal:
Wenn man müde ist, dann ist man müde und sollte nicht trainieren. Sonst droht häufig in den nächsten Tagen eine Erkältung. Wenn die Schuhe durch sind, sind sie durch und das Laufen wird dadurch nicht besser. Wenn man Durst hat, sollte man trinken und dafür sorgen, dass die Flaschen wieder rechtzeitig aufgefüllt werden. Man sollte immer im Moment laufen und nicht schon an die Steigung in 5 Kilometern denken. 2 Wochen vor dem Wettkampf sollte man nicht unbedingt auf unbekannten Strecken laufen: meistens verirrt man sich und landet in Dornensträuchern.
Am 30. Mai geht es also nun im Trikot für Deutschland los. Wer hätte das gedacht, als ich 2010 bei einem Ponytrekking in Ushuaia am Ende der Welt Gunnar aus Norwegen kennen gelernt habe und von Racing the Planet erfahre habe.
Hier der Link zum Race: http://maxi-race.org/

Sonntag, 3. Mai 2015

Lost Worlds "Tuscany Crossing" Race report

When I think about all my races I did so far I can see that there is really a clear line how I choose out the races: there is no real straight line! All my races are different with distance, altitude or climate. Sometimes I see myself running through a desert then I find myself in the loneliness of the mountains in Romania and finally at the North Pole with temperatures of minus 31 degrees celsius. But this is what I really like: to never know what`s coming next. I could never be a road marathon runner. I like the changes in trails!
This is why I selected the "Lost Worlds Tuscany Crossing". I know the organization from the Transylvania Trail Traverse. When you remember my experiences I have made in the mountains of Romania where I met bears and dogs and some others I was really excited to go to Tuscany. Although I was not thinking that I will meet bears and dogs there. I signed in for the 53 kilometer with 2000 vertical meters. A distance I haven`t ran before. It looked like a fast race without technical passages. Just running uphill and downhill with no great climbing. I was interested in running fast as well to see the beautiful landscape of Tuscany. At the pre-race briefing and pre-race-pasta-party I was surprised that they served red wine for everybody: Italian`s Style! And during the talk about the race I suddenly heared my name and recognized that everybody was looking around until some of my friends lifted up my arm to show that it was me. Ok. It will be a race and not a training! Finally I saw myself eating a lot of Pasta and drinking a zip of redwine just because everyone did so.
The morning of the race was really cold and I got into my jacket and out of it and then again into it and finally I ran without. I said to myself that I will race as fast as possible and not to complain to look back or something else. Just 53km of solid running in a steady pace. I don`t know how fast I started but I saw myself leading the group of 180 runners for the next 3 kilomters. I was not sure if I could do so for the next 50km but I reminded myself to stay strong and focussed. I recognized that something was not running well with my breathing. I was not able to breathe deep into my lungs. Something was blocked and it felt terrible. I thought about asthma or an allergical reaction of some of the trees in blossom. The only way to breathe gentle was to inhale through the nose! That paced me down a bit and some other very fast male runners overtook me. I was fighting a lot with that respiratory problem and tried to calm myself down. After half of the track and as higher I got it felt better and suddenly I was able to breathe in a normal way.
The route was going through nice forests, uphill and downhill. I passed nice little Italian villages and thought about making a stop a the gelateria! The trails were mostly dirt roads so I was running fast. After I passed the highest point I saw the big old castle of Castaglione d`orcia far away where we had to go to. It was mentally tough and I started to run faster just to be earlier at the finish. I ran through wild open fields with the typical trees of that region and passed several vineyards. Really pretty! Finally I reached the finish line in 5hours 14minutes as the first woman. I was happy and exhausted! Running fast is really interesting! I got a big typical terracotta vase and some other nice food of the region and - of course- a bottle of red wine. The Italians are really nice! And the organization Lost Worlds Racing did a great job. UVU Racing gear was as perfect as ever! Thanks a lot!







Pre Race Dinner





Post Race Dinner





Sonntag, 12. April 2015

Erst das Training, dann die Regeneration

Oder anders gesagt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man muss also erst etwas leisten, bevor man sich erholen kann. Macht irgendwie auch Sinn. Denn wenn man sich vorher nicht verausgabt, kann man sich ja auch nicht erholen. Wie stark man sich verausgabt, das hängt mit dem inneren Angreifer zusammen. Das Training kann locker und gemütlich sein, als Feierabendrunde um den See oder zum Morning-Kick-Off mit der besten Freundin. Man rennt dann so vor sich hin, im lockeren Tempo und kann sich gut unterhalten. Dabei vergisst man die Zeit und fühlt sich am Ende zufrieden: man hat sich bewegt und das soll ja gesund sein. Ist es auch. Doch wie wäre es mal mit einer "Go hard or go home"- Einheit! Vollgas geben, sprinten bis zur Erschöpfung, mit schnellen Schritten den Berg hochrasen. Kurz anhalten und dann wieder durchstarten. Wer macht solche Einheiten eigentlich regelmässig und wer macht sie gerne? Jeder, der sich nur ein bisschen mit Trainingswissenschaft auseinandersetzt oder hin und wieder mal in einer Laufzeitschrift blättert weiss, dass dieses Intervalltraining sehr effizient ist. Durch den hohen mechanischen Reiz, den die Herzmuskulatur erfährt, passt sie sich in der Erholungsphase besser an und sorgt für die nächste "Attacke" vor. Aber das passiert nur, wenn der Trainingsreit entsprechend hoch und erschöpfend gewesen ist. Viele meinen, dass man bei einem Intervalltraining ja nicht so viele Kilometer abspult und deswegen der Trainingseffekt geringer ist. Hier gilt aber ganz klar: Qualität statt Quantität. Raus aus der Komfortzone, rein in die Firestarter-Zone und Gas geben. Am besten bergauf, da braucht man als Anfänger nicht die super-Koordination und zugleich fördert es im doppelten Sinn die Kraft, da die Muskeln mehr leisten müssen.
Und wenn man es dann einmal geschafft hat, merkt man ganz schnell den Erfolg. Es ist immer wieder eine Überwindung, das Komforttempo zu verlassen, aber der Erfolg stellt sich ein. Auch ich finde gerne Ausreden, warum ich jetzt gerade kein Intervall,- oder Tempotraining machen soll/brauch/muss/will. Aber hat es mich dann einmal gepackt, finde ich es super. Eine gewöhnliche Einheit kann damit wieder einen neuen Kick bekommen und man ist um mindestens eine Erfahrung reicher. So bin ich in meinem Training dann auch endlich mal die 1000 Höhenmeter im Intervalltempo nach oben gesprintet, ohne große Vorgaben: einfach von einem Wanderschild zum nächsten oder bis ich den nächsten Baum erwischt habe, der stark genug war, um mich vor dem Kollaps zu halten. Sprinten ohne Uhr und auf das Körpergefühl hören: wenn die Atmung so heftig wird, dass in wenigen Sekunden nichts mehr geht, dann anhalten. Und weiterlaufen, wenn man wieder einigermassen Sauerstoff einatmen kann.

Nach dem Training sollte dann wirklich alles auf Regeneration gestellt sein: Eat. Stretch. Sleep. Repeat. Mit Proteinen und Kohlenhydraten sollte der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Zudem sehr viel trinken. Wer nur outdoor joggt, dem entgeht, wie viel der Körper schwitzt. Einmal auf dem Laufband im Fitnessstudio und man weiß, dass man elendig schwitzt! Wasser ist auch gut für die äußere Anwendung: Wechselduschen (zumindest die Beine kalt abbrausen!) sind sehr durchblutungsfördernd. Und wer sich vorher noch mit einem wohltuenden Sportöl einreibt, der erlebt wahre Wunder. Ich verwende die Öle von "Soglio": diese kommen aus einem kleinen Bergdorf um die Ecke und bestehen aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. Ein Großteil der Kräuter wächst zudem auf heimischen Boden und diese Qualität merkt man.
Ein paar Stunden sollten vergehen, bis die Muskeln für 20 Minuten gedehnt werden sollten. Auch hier habe ich viel ausprobiert. Im Moment dehne ich wieder; aber erst ca. 2-3 Stunden nach dem Training. Es zeigt Wirkung! Und zu guter Letzt: Schlafen! Nur im Schlaf kann der Körper sich restlos erholen.

Viel Spaß beim nächsten "Go hard or go home"- Training!
Mein Musiktipp: Wanda "Bologna" https://www.youtube.com/watch?v=xREl_68O-mw

Montag, 2. März 2015

Vortrag im Engadin 4. März 2015

Für alle Engadiner:
Am Mittwoch, 4. März 2015 gibt es einen Vortrag über meine Wettkämpfe, Trainings und Vorbereitungen vom letzten Jahr: Nordpolamarathon, Zugspitz Ultra, Bottom Up Iran, Transylvania Trail Traverse und Volcano Marathon!
20:00 Uhr in Celerina. Eintritt frei (Kollekte)

Irland: Land der grünen Wiesen

... und des Regens und des Sturms. In ein paar Tagen geht`s los zu meiner ersten Multi-Sports-Challenge mit Laufen, Kayak, Biken, Laufen, Biken, Laufen. Ich bin ziemlich gespannt, was mich dort in Nordirland erwartet. Mein Training verlieg mit vielen Höhen und Tiefen, da mich eine latente Erkältung immer wieder zu Pausen aufgefordert hat. Aber ich konnte doch immerhin ein paar mal mit dem Straßenvelo raus auf die Straße gehen und ein paar Kilometer abspulen. Die ersten Kilometer waren ziemlich wackelig. Ich fahre ja sonst nur Mountainbike und bin an breite Reifen und einen breiten Lenker gewöhnt. Alles am Straßenvelo ist so schmal, dafür aber auch extrem leicht, was einen wiederum extrem schnell macht. Wenn da nicht der Malojawind wäre, der einem das Letzte abverlangt. Bei meinen ersten Versuchen auf der Rennmaschine habe ich mich nicht getraut, die Hände vom Lenker zu lösen und bin immer schön im gleichen Gang getreten. Wenn ich bremsen musste, bin ich schon 500 Meter vorher aus den Klickpedalen gesprungen, um das Renngefährt zur Not mit den Füßen zu stoppen. Nach ein paar Mal fahren ging dann alles viel besser, so dass ich mich auch traute, in der tiefen Abfahrtsposition rasant in der Kurve liegend bergab zu rauschen. Da ja hier noch tiefster Winter ist, schauten die Autofahrer nicht schlecht, als sie mich da auch dem Bike radeln sahen. Zum Glück waren alle sehr vorsichtig und überholten mich mit einem respektablen Abstand! Nacken, Schultern, Hände, Hintern und Füße schmerzen in regelmäßigen Abständen. Das wird interessant werden, wenn ich zuerst 96km unterwegs bin und dann nochmals 68km. Dazwischen vergnüge ich mich auf dem Kayak. Das habe ich auch geübt! Und zwar im Hallenbad in Pontresina. Der Bademeister Beat Ritter war so freundlich uns eine Zeit zu nennen, in der ich mit dam Kayak kommen könnte, ohne die anderen Badegäste mit dem Paddel zu nerven. An einem Sonntagabend ging ich dann mit Irene (eine sehr erfahrene Paddlerin) zum Badespass bei gefühlten 30 Grad im Hallenbad Kayakfahren üben. Es brauchte einige Zeit, bis ich den Rhythmus fand und mich nicht nur im Kreis drehte. Später schaffte ich es dann auch mit 8 Schlägen die 25 Meter - Bahn zu durchqueren und schnell eine Wende zu machen, um nicht gegen den Sprungturm zu fahren. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag keinen, deswegen sehe ich der 15km langen Strecke auf dem Fjord in Irland positiv entgegen....
Das Laufen kann ich ja. Wir starten mit 22km, dann kommt nach dem Kayak und der Bikestrecke ein Berglauf und dann nach der 2. Bikestrecke nochmals 43km. Das wird alles sehr spannend werden. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das alles schaffen werde. Aber irgendwie werde ich es schon schaffen.
Das Wetter soll übrigens warm werden! In den letzten Wochen haben mich die Wetterberichte leicht abgeschreckt: starker Wind, 1-3 Grad, Regen, Graupel und Schnee. Jetzt sind für Samstag 10-14 Grad angekündigt und kein Regen. Was ist denn da los? Hat das Universum Mitleid?
Warten wir es ab. Irland Rock N Roll! www.therace.ie