Anne-Marie Flammersfeld

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Freitag, 22. Mai 2015

Kilimanjaro: Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits

Das Projekt "Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits" geht im Juli 2015 in die 2. Runde! Wir werden den höchsten Vulkan Afrikas bersteigen und zwar wieder vom tiefsten Punkt. Alles aus reiner Muskelkraft. Wir starten in der Hafenstadt Tanga in Tansania und werden mit dem Mountainbike ca. 400 Kilometer in Richtung Nationalpark fahren, bis wir in Moshi ankommen. Von dort wechseln wir in die Laufschuhe und erklimmen die luftigen Höhen des 5895 Meter hohen Kilimanjaro. Im Moment arbeiten wir an der Logistik und planen alles bis ins Details. Zumindest versuchen wir das. In Afrika geht halt alles ein bisschen langsamer zur Sache. Die ersten beiden Tage vor Ort nutze ich dazu, die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza zu besichtigen. Nachdem ich 2012 auf meiner Reise in die Antarktis einen Stop bei den Projekten in Argentinien machen konnte, freue ich mich nun, in Tansania einen Eindruck zu bekommen.
Da diese Reise etwas komplexer ist und wir auch ein Kamerateam mitnehmen, haben wir ein Crowdfunding gestartet, um unserer Idee zu teilen, aber auch um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Das Geld, welches wir aus der www-community bekommen, werden wir u.a. in einer lokale Agentur vor Ort investieren, die uns bei der Logistik und bei der Besteigung des Kili`s behilflich ist. Somit geben wir einen Teil des Geldes zurück! Zudem werden bestimmte Beträge an meine Stiftung Paulchen gespendet sowie an eine private Stiftung zur Unterstützung der Erdbebenopfer in Nepal. Wir fühlen uns mit Euch allen verbunden und sind dankbar für jede Unterstützung.
Hier der Link zu unserem Crowdfunding:
https://www.indiegogo.com/projects/bottom-up-africa#/story

www.bottomupclimbs.org




Dienstag, 19. Mai 2015

Die Vorbereitungen laufen...

Es ist schon lustig, wenn ich hier im Dorf meinem Alltag nachgehe und bei der Post von der netten Beamtin gefragt werde, warum ich die Briefe in die Nachbardörfer eigentlich nicht selber vorbeibringe. Wo ich doch schon so viel laufen würde. Da könnte ich mir doch das Porto sparen! Die Dame hat Recht!
Oder wenn ich immer wieder sonntags auf meinen "Lieblingsberg" Muottas Muragls hochrenne und immer wieder Freunde treffe. Die fragen dann nur noch: wie häufig bist du heute schon rauf,- und runtergerannt, anstatt: schön, dich auch hier zu treffen.
Das Training der letzten Wochen und Monate war im Fokus für den nächsten Wettkampf: die Weltmeisterschaften im Ultra Trail Running in Frankreich. Auch hierzu gibt es immer wieder schöne Kommentare von Freunden und Bekannten, wie zum Beispiel: "Oh, toll, wird das auch im Fernsehen übertragen?" Ich glaube, viele denken bei dem Wort Weltmeisterschaft gleich an Fussball. Leider ist die Sportart, die ich betreibe, nicht annähernd so bekannt. Es werden aber sicher ein paar Leute von der Presse vor Ort sein, die darüber berichten.
Die Weltmeisterschaft findet in Annecy statt und führt über eine Länge von 85km und 5200 positiven Höhenmetern. Auch hier wieder ein Auszug von Kommentaren: "Wie, 5200 Höhenmeter, aber so hoch ist es dort doch gar nicht. Die Berge da sind doch höchstens 1800 Meter hoch!" Ja, genau, der höchste Punkt der Strecke ist ca. 1650 Meter hoch. Läuft man diesen Berg aber ein paar Mal rauf und runter und wieder rauf und runter, dann summiert sich das auf gute 5000 Höhenmeter.
Wieso ich für das Deutsche Nationalteam nominiert wurde? Weil ich letztes Jahr den Zugspitz Ultra gewonnen habe. Das war quasi eine Probe. Wir hatten unser erstes Teamevent meines Bekleidungssponsors "You versus You - UVU- Racing" im Rahmen dieses Wettkampfes und ich war quasi automatisch angemeldet. Dass ich nun für die Nationalmannschaft laufen darf, würde den Basti Haag sicherlich freuen. Als unser Teammanager hatte er immer viele wilde Ideen und ich höre noch seine Worte: Mensch, Änny, wäre das super, wenn du für Deutschland starten kannst. Das wird super!" Bei Basti war ja eh immer alles super!
Also habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten mal ordentlich zusammengerissen und trainiert wie eine Gemse. Immer auf der Suche nach schneefreien Trails und immer auf der Mission, möglichst viele Höhenmeter in die Beine zu bekommen und das mit einem Lächeln im Gesicht.
In jeder Vorbereitungsphase lerne ich dazu. So auch dieses Mal:
Wenn man müde ist, dann ist man müde und sollte nicht trainieren. Sonst droht häufig in den nächsten Tagen eine Erkältung. Wenn die Schuhe durch sind, sind sie durch und das Laufen wird dadurch nicht besser. Wenn man Durst hat, sollte man trinken und dafür sorgen, dass die Flaschen wieder rechtzeitig aufgefüllt werden. Man sollte immer im Moment laufen und nicht schon an die Steigung in 5 Kilometern denken. 2 Wochen vor dem Wettkampf sollte man nicht unbedingt auf unbekannten Strecken laufen: meistens verirrt man sich und landet in Dornensträuchern.
Am 30. Mai geht es also nun im Trikot für Deutschland los. Wer hätte das gedacht, als ich 2010 bei einem Ponytrekking in Ushuaia am Ende der Welt Gunnar aus Norwegen kennen gelernt habe und von Racing the Planet erfahre habe.
Hier der Link zum Race: http://maxi-race.org/

Sonntag, 3. Mai 2015

Lost Worlds "Tuscany Crossing" Race report

When I think about all my races I did so far I can see that there is really a clear line how I choose out the races: there is no real straight line! All my races are different with distance, altitude or climate. Sometimes I see myself running through a desert then I find myself in the loneliness of the mountains in Romania and finally at the North Pole with temperatures of minus 31 degrees celsius. But this is what I really like: to never know what`s coming next. I could never be a road marathon runner. I like the changes in trails!
This is why I selected the "Lost Worlds Tuscany Crossing". I know the organization from the Transylvania Trail Traverse. When you remember my experiences I have made in the mountains of Romania where I met bears and dogs and some others I was really excited to go to Tuscany. Although I was not thinking that I will meet bears and dogs there. I signed in for the 53 kilometer with 2000 vertical meters. A distance I haven`t ran before. It looked like a fast race without technical passages. Just running uphill and downhill with no great climbing. I was interested in running fast as well to see the beautiful landscape of Tuscany. At the pre-race briefing and pre-race-pasta-party I was surprised that they served red wine for everybody: Italian`s Style! And during the talk about the race I suddenly heared my name and recognized that everybody was looking around until some of my friends lifted up my arm to show that it was me. Ok. It will be a race and not a training! Finally I saw myself eating a lot of Pasta and drinking a zip of redwine just because everyone did so.
The morning of the race was really cold and I got into my jacket and out of it and then again into it and finally I ran without. I said to myself that I will race as fast as possible and not to complain to look back or something else. Just 53km of solid running in a steady pace. I don`t know how fast I started but I saw myself leading the group of 180 runners for the next 3 kilomters. I was not sure if I could do so for the next 50km but I reminded myself to stay strong and focussed. I recognized that something was not running well with my breathing. I was not able to breathe deep into my lungs. Something was blocked and it felt terrible. I thought about asthma or an allergical reaction of some of the trees in blossom. The only way to breathe gentle was to inhale through the nose! That paced me down a bit and some other very fast male runners overtook me. I was fighting a lot with that respiratory problem and tried to calm myself down. After half of the track and as higher I got it felt better and suddenly I was able to breathe in a normal way.
The route was going through nice forests, uphill and downhill. I passed nice little Italian villages and thought about making a stop a the gelateria! The trails were mostly dirt roads so I was running fast. After I passed the highest point I saw the big old castle of Castaglione d`orcia far away where we had to go to. It was mentally tough and I started to run faster just to be earlier at the finish. I ran through wild open fields with the typical trees of that region and passed several vineyards. Really pretty! Finally I reached the finish line in 5hours 14minutes as the first woman. I was happy and exhausted! Running fast is really interesting! I got a big typical terracotta vase and some other nice food of the region and - of course- a bottle of red wine. The Italians are really nice! And the organization Lost Worlds Racing did a great job. UVU Racing gear was as perfect as ever! Thanks a lot!







Pre Race Dinner





Post Race Dinner





Sonntag, 12. April 2015

Erst das Training, dann die Regeneration

Oder anders gesagt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man muss also erst etwas leisten, bevor man sich erholen kann. Macht irgendwie auch Sinn. Denn wenn man sich vorher nicht verausgabt, kann man sich ja auch nicht erholen. Wie stark man sich verausgabt, das hängt mit dem inneren Angreifer zusammen. Das Training kann locker und gemütlich sein, als Feierabendrunde um den See oder zum Morning-Kick-Off mit der besten Freundin. Man rennt dann so vor sich hin, im lockeren Tempo und kann sich gut unterhalten. Dabei vergisst man die Zeit und fühlt sich am Ende zufrieden: man hat sich bewegt und das soll ja gesund sein. Ist es auch. Doch wie wäre es mal mit einer "Go hard or go home"- Einheit! Vollgas geben, sprinten bis zur Erschöpfung, mit schnellen Schritten den Berg hochrasen. Kurz anhalten und dann wieder durchstarten. Wer macht solche Einheiten eigentlich regelmässig und wer macht sie gerne? Jeder, der sich nur ein bisschen mit Trainingswissenschaft auseinandersetzt oder hin und wieder mal in einer Laufzeitschrift blättert weiss, dass dieses Intervalltraining sehr effizient ist. Durch den hohen mechanischen Reiz, den die Herzmuskulatur erfährt, passt sie sich in der Erholungsphase besser an und sorgt für die nächste "Attacke" vor. Aber das passiert nur, wenn der Trainingsreit entsprechend hoch und erschöpfend gewesen ist. Viele meinen, dass man bei einem Intervalltraining ja nicht so viele Kilometer abspult und deswegen der Trainingseffekt geringer ist. Hier gilt aber ganz klar: Qualität statt Quantität. Raus aus der Komfortzone, rein in die Firestarter-Zone und Gas geben. Am besten bergauf, da braucht man als Anfänger nicht die super-Koordination und zugleich fördert es im doppelten Sinn die Kraft, da die Muskeln mehr leisten müssen.
Und wenn man es dann einmal geschafft hat, merkt man ganz schnell den Erfolg. Es ist immer wieder eine Überwindung, das Komforttempo zu verlassen, aber der Erfolg stellt sich ein. Auch ich finde gerne Ausreden, warum ich jetzt gerade kein Intervall,- oder Tempotraining machen soll/brauch/muss/will. Aber hat es mich dann einmal gepackt, finde ich es super. Eine gewöhnliche Einheit kann damit wieder einen neuen Kick bekommen und man ist um mindestens eine Erfahrung reicher. So bin ich in meinem Training dann auch endlich mal die 1000 Höhenmeter im Intervalltempo nach oben gesprintet, ohne große Vorgaben: einfach von einem Wanderschild zum nächsten oder bis ich den nächsten Baum erwischt habe, der stark genug war, um mich vor dem Kollaps zu halten. Sprinten ohne Uhr und auf das Körpergefühl hören: wenn die Atmung so heftig wird, dass in wenigen Sekunden nichts mehr geht, dann anhalten. Und weiterlaufen, wenn man wieder einigermassen Sauerstoff einatmen kann.

Nach dem Training sollte dann wirklich alles auf Regeneration gestellt sein: Eat. Stretch. Sleep. Repeat. Mit Proteinen und Kohlenhydraten sollte der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Zudem sehr viel trinken. Wer nur outdoor joggt, dem entgeht, wie viel der Körper schwitzt. Einmal auf dem Laufband im Fitnessstudio und man weiß, dass man elendig schwitzt! Wasser ist auch gut für die äußere Anwendung: Wechselduschen (zumindest die Beine kalt abbrausen!) sind sehr durchblutungsfördernd. Und wer sich vorher noch mit einem wohltuenden Sportöl einreibt, der erlebt wahre Wunder. Ich verwende die Öle von "Soglio": diese kommen aus einem kleinen Bergdorf um die Ecke und bestehen aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. Ein Großteil der Kräuter wächst zudem auf heimischen Boden und diese Qualität merkt man.
Ein paar Stunden sollten vergehen, bis die Muskeln für 20 Minuten gedehnt werden sollten. Auch hier habe ich viel ausprobiert. Im Moment dehne ich wieder; aber erst ca. 2-3 Stunden nach dem Training. Es zeigt Wirkung! Und zu guter Letzt: Schlafen! Nur im Schlaf kann der Körper sich restlos erholen.

Viel Spaß beim nächsten "Go hard or go home"- Training!
Mein Musiktipp: Wanda "Bologna" https://www.youtube.com/watch?v=xREl_68O-mw

Montag, 2. März 2015

Vortrag im Engadin 4. März 2015

Für alle Engadiner:
Am Mittwoch, 4. März 2015 gibt es einen Vortrag über meine Wettkämpfe, Trainings und Vorbereitungen vom letzten Jahr: Nordpolamarathon, Zugspitz Ultra, Bottom Up Iran, Transylvania Trail Traverse und Volcano Marathon!
20:00 Uhr in Celerina. Eintritt frei (Kollekte)

Irland: Land der grünen Wiesen

... und des Regens und des Sturms. In ein paar Tagen geht`s los zu meiner ersten Multi-Sports-Challenge mit Laufen, Kayak, Biken, Laufen, Biken, Laufen. Ich bin ziemlich gespannt, was mich dort in Nordirland erwartet. Mein Training verlieg mit vielen Höhen und Tiefen, da mich eine latente Erkältung immer wieder zu Pausen aufgefordert hat. Aber ich konnte doch immerhin ein paar mal mit dem Straßenvelo raus auf die Straße gehen und ein paar Kilometer abspulen. Die ersten Kilometer waren ziemlich wackelig. Ich fahre ja sonst nur Mountainbike und bin an breite Reifen und einen breiten Lenker gewöhnt. Alles am Straßenvelo ist so schmal, dafür aber auch extrem leicht, was einen wiederum extrem schnell macht. Wenn da nicht der Malojawind wäre, der einem das Letzte abverlangt. Bei meinen ersten Versuchen auf der Rennmaschine habe ich mich nicht getraut, die Hände vom Lenker zu lösen und bin immer schön im gleichen Gang getreten. Wenn ich bremsen musste, bin ich schon 500 Meter vorher aus den Klickpedalen gesprungen, um das Renngefährt zur Not mit den Füßen zu stoppen. Nach ein paar Mal fahren ging dann alles viel besser, so dass ich mich auch traute, in der tiefen Abfahrtsposition rasant in der Kurve liegend bergab zu rauschen. Da ja hier noch tiefster Winter ist, schauten die Autofahrer nicht schlecht, als sie mich da auch dem Bike radeln sahen. Zum Glück waren alle sehr vorsichtig und überholten mich mit einem respektablen Abstand! Nacken, Schultern, Hände, Hintern und Füße schmerzen in regelmäßigen Abständen. Das wird interessant werden, wenn ich zuerst 96km unterwegs bin und dann nochmals 68km. Dazwischen vergnüge ich mich auf dem Kayak. Das habe ich auch geübt! Und zwar im Hallenbad in Pontresina. Der Bademeister Beat Ritter war so freundlich uns eine Zeit zu nennen, in der ich mit dam Kayak kommen könnte, ohne die anderen Badegäste mit dem Paddel zu nerven. An einem Sonntagabend ging ich dann mit Irene (eine sehr erfahrene Paddlerin) zum Badespass bei gefühlten 30 Grad im Hallenbad Kayakfahren üben. Es brauchte einige Zeit, bis ich den Rhythmus fand und mich nicht nur im Kreis drehte. Später schaffte ich es dann auch mit 8 Schlägen die 25 Meter - Bahn zu durchqueren und schnell eine Wende zu machen, um nicht gegen den Sprungturm zu fahren. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag keinen, deswegen sehe ich der 15km langen Strecke auf dem Fjord in Irland positiv entgegen....
Das Laufen kann ich ja. Wir starten mit 22km, dann kommt nach dem Kayak und der Bikestrecke ein Berglauf und dann nach der 2. Bikestrecke nochmals 43km. Das wird alles sehr spannend werden. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das alles schaffen werde. Aber irgendwie werde ich es schon schaffen.
Das Wetter soll übrigens warm werden! In den letzten Wochen haben mich die Wetterberichte leicht abgeschreckt: starker Wind, 1-3 Grad, Regen, Graupel und Schnee. Jetzt sind für Samstag 10-14 Grad angekündigt und kein Regen. Was ist denn da los? Hat das Universum Mitleid?
Warten wir es ab. Irland Rock N Roll! www.therace.ie




Donnerstag, 5. Februar 2015

Training für THE RACE in Irland

Für meinen ersten Wettkampf in diesem Jahr muss ich einiges umstellen. Für THE RACE in Irland muss ich regelmässig auf`s Bike steigen und Kilometer abspulen. Für mich als reine Läuferin und Outdoorfan eine riesen Herausforderung. Zum Glück kann ich in S-Chanf im Parc Serlas indoor trainieren und muss nicht bei minus 20 Grad raus und mit dem Drahtesel die Runden ziehen oder die Pässe abfahren. THE RACE hat eine Gesamtdistanz von 250 Kilometern, die wie folgt aufgeteilt ist:
20km Laufen, 15km Kayak, 96km Bike, 5km Mountain Run mit 500V+, 68km Bike, 40km Laufen.
Das Laufen sollte ich schaffen, auch wenn es sich viel anhört. Aber da muss ich keine Technik mehr trainieren. Das Kayakfahren,... mh.. ich hatte im Sommersemester 2001 mal einen Kayakkurs auf dem Fühlingersee in Köln. Zählt das? Kann ich die gelernte Technik 14 Jahre (Hilfe!) später noch abrufen? Ich werde es versuchen und mich einfach ins kalte Wasser werfen müssen. Denn hier im Engadin sind nun wirklich alle Seen zugefroren. Ich könnte höchstens mal mit einem Kayak ins Hallenbad gehen und dort den Schwimmern die Laune verderben, um wenigstens mal ein bisschen wieder den Flow für das Paddeln zu bekommen. Ich werde mir das überlegen. Besorgte Freunde animieren mich ständig, dass ich doch absaufen würden, wenn ich die Eskimorolle nicht üben würde! Soweit denke ich gar nicht. Ich habe ehrlich gesagt keine große Lust, in das eiskalte Wasser eines irländischen Fjörds zu fallen. Immerhin schreibt der Veranstalter, dass wir mit der Flut paddeln werden. Das ist doch ein Licht am Ende des Tunnels. Handschuhe, die werde ich dieses Mal wirklich anziehen. Und zwar die Expeditionshandschuhe mit extra warmer Daunenfüllung. Vielleicht ziehe ich auch zwei Paar übereinander und dann am besten noch Müllsäcke als wasserfeste Schicht. Ob man so noch paddeln kann? Wie lustig sieht das wohl aus, wenn ich mich expeditionsbekleidet mit Kayak ins Hallenbad schleiche und dort dann die Eskimorolle übe. Also, zusammengefasst: das Kayakfahren wird schon irgendwie klappen.
Jetzt noch zur letzten Disziplin: Strassenrennrad oder Roadbike oder Strassenvelo! Ich habe noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen! Ich bin noch nie in meinem Leben mit einem Strassenrennrad durch die Gegend geheizt und ich habe überhaupt keine Ahnung, wie man auf solchen dünnen Reifen die Balance halten kann. Vor 3 Wochen habe ich angefangen, im Parc Serlas auf dem indoor-Ergometer zu trainieren. Nach 20 Minuten habe ich den ersten Panikanfall bekommen. Da hatte ich gerade mal 10km abgespult. Zu diesem Zeitpunkt war es für mich nicht vorstellbar, 20km zu fahren und der Gedanke an 96km war soweit weg wie der Nordpol. Beim zweiten Training schaffte ich in einer Stunde 30km mit einer Wattleistung von 140 und 100 Umdrehungen pro Minute. All diese Parameter spuckt so ein Ergometer aus. Dieses überdimensionale Display ist einfach gnadenlos und es ist schwer, nicht die ganze Zeit darauf zu starren. Weitere Nachteile: ich bin indoor und habe weder Fahrtwind noch sonstige natürliche Gegebenheiten. Monoton sitze ich da auf diesem breiten Gesundheitssattel, der mit der Zeit doch anfängt zu schmerzen. Ich muss mich benehmen und darf keinen "Sportlerschnauz" machen, wenn die Nase läuft. Die Taschentücher sind natürlich in der Tasche im Umkleideraum. Somit trete ich mit schniefender Nase weiter in die Pedale. Schweiss: Ich schwitze unglaublich, als ob ich in einer Finnischen Sauna hocken würde. Woran liegt denn das? Ist das Angstschweiss? Es gibt aber auch einige Vorteile, wenn man indoor trainiert: die oberen Atemwege haben es immer schön warm und die Bronchien können sich entspannen. Zwischendurch kann ich auch einfach mal die Augen schließen und den Kopf auf das Display legen. Powernapping während die Beine einfach weitermachen. Zudem kann ich auf dem ipad im Internet surfen und mir tolle Videos anschauen oder einfach telefonieren. Und wenn der Akku leer ist, stecke ich einfach alles in die Steckdose, die in greifbarer Nähe ist. Und so spule ich die Kilometer ab und bin mittlerweile bei 45km pro Trainingseinheit angekommen.
Ich glaube, THE RACE ist eine tolle neue Herausforderung und lässt mich auch endlich mal alternativ trainieren und andere Muskelgruppen beanspruchen. Ich bin gespannt, wie es dann tatsächlich wird, da oben in Nordirland mit Regen, Schnee, Wind und Dunkelheit. Dann werde ich mich zurücksehnen auf mein indoor-Ergometer mit Steckdose in Reichweite.
www.therace.ie 

Mein Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=VLDUiuFTjKU

Freitag, 23. Januar 2015

Update Races

Ich bin aus der Winterhöhle herausgekrochen und nehme wieder Licht und Energie zu mir!
In ein paar Wochen schon bin ich am Start von "THE RACE" in Nordirland. Am 7. März heißt es:
20km Running, 15km Kayak, 90km Roadbike, 5km Mountain Running, 70km Road Bike, 40km Trailrunning= 250 Kilometer nonstop. THE RACE ist der härteste Ultralaufwettkampf Irlands und ich mache mit.  Rennen kann ich ja ganz gut. Und einen Kayakkurs hatte ich 1999 mal in der Uni auf dem Fühlinger See. Aber das biken? Das wird eine echte Herausforderung. Deswegen trifft man mich im Moment 2x pro Woche im Parc Serlas in S-Chanf auf dem Spinningbike. Es ist manchmal nicht auszuhalten, wie langsam die Zeit auf so einem Fahrrad vergeht.
Mögliche weitere Wettkämpfe in diesem Jahr 
Im April: Tuscany Crossing in Italien mit 106km/ im Mai Ultra Trail WM in Frankreich/ Juli Bottom Up Afrika mit der Besteigung des Kilimanjaro und Speed-Versuch/ August vielleicht die Trans Alpine Run/ November Ultra Marocco.
Einige schöne Wettkämpfe und Projekte stehen an!

Am 04. März 2015 halte ich einen Vortrag im Engadin. "Mehr als nur ein Marathon": Rückblicke auf das Wettkampfjahr 2014. Start: 20:00 Uhr in Celerina im Gemeindesaal! Eintritt frei (Kollekte). 

Sonntag, 30. November 2014

Die Faszination der Mentalen Stärke nach zwei Jahren Ultralauf

Ich werde ja immer wieder zum Thema Mentale Stärke befragt. Häufig soll ich beschreiben, wie viel Prozent die Mentale Stärke ausmacht. Vor einem Jahr habe ich noch gesagt, dass es vielleicht 60 bis 70% sind, war mir aber auch nicht ganz sicher. Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht und würde nach meinem Studium der eigenen Erfahrungen behaupten, dass der Kopf der absolut entscheidende Motor ist. Mit meiner Willenskraft kann ich mich antreiben, motivieren, beeinflussen und auch bremsen. Meine Gedanken kreieren eine Idee und je nachdem wie stark ich meine Begeisterungsfähigkeit dafür aktivieren kann, entwickelt sich die Idee zum großartigen Projekt. Die Begeisterung treibt mich an. Die Begeisterung beflügelt mich. Die Begeisterung lässt mich handeln. Woher die Idee für etwas kommt, kann ich nicht genau sagen. Der Gedanke entspringt wie ein Funke und entweder entsteht ein gigantisches Feuerwerk oder der Gedanke verpufft so schnell wie er gekommen ist. Die mentale Begeisterung für etwas wirkt sich auch körperlich aus: mein Herzschlag wird schneller, ich bin aufgeregt, werde fast hyperaktiv und will diese Idee gleich umsetzen. Wer also mit dem Trailrunning oder dem Joggen beginnen möchte, muss dafür nur die richtige Begeisterung entwickeln. Dann läuft der erste Kilometer fast von alleine. Die Begeisterung für etwas treibt an. Und dann ist es egal, ob es bei einem Kilometer bleibt, oder man 100 Kilometer rennt. Solange der Kopf in Form ist und die mentale Steuerungszentrale positive Botenstoffe ins Blut feuert, läuft es einfach. Deswegen würde ich behaupten, dass Mentale Stärke vom ersten Schritt an den Erfolg ausmacht.
Nun kommen beim Joggen natürlich noch der Körper und die biomechanischen Gesetzmässigkeiten hinzu. Knorpel, Sehnen, Bänder, Knochen und alle anderen Mitspieler reagieren mit unterschiedlicher Anpassung auf mechanische Reize (=Bewegen der Gliedmaßen). Wird eines der Systeme überfordert, reagiert es mit Schmerzen und signalisiert, das eine Pause sinnvoll wäre. Nun muss sich die Mentale Stärke und die hyperaktive Begeisterung etwas bremsen und den Systemen Zeit zur Adaptation geben. Man muss in dieser Zeit nicht pausieren, sondern kann sich mit anderen Bewegungen (z.B. Radfahren, Schwimmen) in Form halten. Aus einem Kilometer werden dann schnell zwei, drei, vier, zehn, fünfzehn. Natürlich gibt es zwischendurch Krisen und Zweifel und zur hyperaktiven Begeisterung gesellt sich dann auch allmählich der innere Schweinehund, der es der Begeisterung hin und wieder schwer macht. Aber auch in dieser Phase ist es die Mentale Stärke, die sich über alle hinwegsetzen kann und einfach weiter unermüdlich motiviert. Und dann kann es passieren, dass man nach "einiger" Zeit 100 Kilometer am Stück läuft. Und auch da ist es wieder die Mentale Stärke und die Begeisterung, die antreiben. Die Willenskraft als Urkraft gesellt sich dazu und schreit laut: "Du schaffst das, du hast schon so viel geschafft, dann schaffst du das auch noch!". Mentale Stärke und hyperaktive Begeisterung trifft zunehmend "die Erfahrung". Denn mit jedem gelaufenen Kilometer sammelt man lehrreiche Erfahrungen. Und diese verschieben die Grenzen. Wenn man 10 Kilometer locker laufen kann, dann ist doch logischerweise noch Luft nach oben. Also warum nicht beim nächsten Mal 12 Kilometer laufen. Und so verschiebt sich diese Grenze.
Mentale Stärke treibt mich an und lässt mich weitergehen, als zuvor. Doch so sehr ich mich mental auch auf etwas einstelle und trainiere: manche körperlichen Grenzen lassen sich nicht überwinden. Ich wäre zum Beispiel nicht in der Lage, 100 Meter unter 10 Sekunden zu rennen, geschweigedenn unter 12 Sekunden. Der Weltrekord der Frauen liegt bei 10,49 Sekunden (Florence Griffith-Joyner im Jahr 1988). Auch wenn ich mental und physisch noch so hart trainieren würde, ich würde es nicht schaffen. Weil manche Dinge einfach genetisch vorgegeben sind und die Mehrheit meiner Muskelfasern vom Typ "langsam zuckender Faser" bestehen, was bedeutet, dass ich über zuwenig Einheiten verfüge, die für die Schnelligkeit verantwortlich sind. Natürlich kann ich meine Schnelligkeit trainieren, aber ich würde nie die Zeit laufen, die für einen Weltrekord reicht. Mit dieser Erkenntnis kann ich mich dann aber wiederum auf die Stärken konzentrieren und an diesen arbeiten.
Ist Mentale Stärke dann also nur so lange erfolgreich einsetzbar wie innere (oder genetische) Umstände es zulassen? Ich denke, so lange man einer Idee, die man hat, nicht nachgeht, sie nicht ausprobiert, nicht selber erfährt und erspürt, wie es sich anfühlt; wenn man nicht selber die Erfahrung macht, wie es ist, kann man nicht sagen, dass man es nicht kann. Denn: auf diese Weise entdeckt man (verborgene) Talente, erkennt Schwächen, verschiebt Grenzen und vor allem: man erlebt etwas. Man sammelt Erfahrung. Und dazu lohnt es sich immer, etwas auszuprobieren.
Mentale Stärke- Fortsetzung folgt.
Mein Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=-AORasS2Oxc



Sonntag, 16. November 2014

UvU volcano marathon in the Atacama desert or how it feels to race in altitude...



I went to the Atacama desert with a mixture of different feelings. When Richard Donovan asked me to race the volcano marathon I was not sure what to expect. I know that Richard is a brilliant race director and well known for tough events. When I had a look on the course I was sure to run 42.2 kilometres- but with an average of altitude of 4000 meters? The body suffers a lot in that zone of limited oxygen pressure and has to work even more stronger. With the start on 4500 meters and the finish on 3600 m I thought that will maybe not too bad because we are running downhill most of the time. A closer look on the profile showed me that there is a nice climb for 600 meters up again on 4200 meters. With my experiences of the altitude I knew that as higher I get as better it will be. But what about the between? I stopped asking myself further questions and told Richard that I will be there.
But I returned to the Atacama desert also for a different reason. I wanted to run that marathon for Basti who has been there last year in charge of the UvU racing team. My mission was to break his time and to run as fast as I could. I guess he would be happy for that.
After a long journey with stops in Madrid, Santiago de chile and Calama I finally arrived in San Pedro, a nice little village in the middle of the Atacama desert. I had a silent smile in my face because the wonderful memories of my first victory in the Racing the Planet 4 Deserts Series came back to me. In 2012 I ran 250 km through the driest desert on earth and won it unfortunately. But this time my thoughts were more or less still in that emotionally twist of the senseless loss of Basti.
It was really warm when I stepped out of the van. I met Richard and Fearghul as well Judy I met at the North Pole marathon in April that year. The day ended very soon because I was really tired.
In the next 3 days we all went to a couple of places to acclimatised and to get to know the area better. We were lucky to arrive in the Valle de la Luna close in time for sunset. It was a spectacular view standing on the rich of a long rocky hill and look around to the beautiful landscape, while the sky turned into a variation of colours. Mike, the event photographer, took a lot of nice shots and we all soak up the energy around that unique place. For the next day we drove to the Valley of death with its amazing long sand dunes. I remembered that place from the Atacama crossing in 2012 and was happy to be there again. After a nice walk and run we got to the top of the dune. I had a lot of fun running downhill as fast as I coud. It's like running in snow, just sliding downhill softly. I felt good on that day although my body got adapted to the altitude and dry air of 2500 meters. A nice carbo-loading-party in the evening was the start of the final mission on the next day: to run the marathon. I slept really bad as I do always before a race. On the 11th of the 11th we all got up very early to drive for more than one hour through the middle of nowhere up on 4500 meters. It's weird to drive up easily by car to that altitude. Normally you should adapt the body to that altitude in regular steps. But also I know from my experiences that the body needs some time to recognise the lack of oxygen pressure in the air and to start to acclimatise. I was hoping that this would happen to me again. It was really cold and a strong wind was touching us directly from all sides. Suddenly I felt a strong emotional sadness and was not sure if I could go to the start and run. A couple of moments before the start we did a silent minute in honour for Basti and we hold up a nice picture Richard had created. At this Moment I was really sad and didn't realise that Richard was already counting the seconds to the start. I just turned on the engine and ran. My muscles felt ok although I expected the limited amount of oxygen. But the system worked in a good status and I felt that positive energy. After the first 2 km the track marking changed into a wide open field and the massive cold wind came from the front. I thought that will be tough as well the track was only flat!! After a light uphill the first long downhill started and I got in my rhythm. I was running really fast and was wondering that I was not felling the altitude as I expected. I passed the first checkpoint without drinking anything and continued on that long road with a light uphill and downhill what actually was quite nice. I reached checkpoint 2 at km 20 and remembered the profile of the course that between checkpoint 2-3 the uphill started again. The elevation of 600 meters on a 2 kilometre distance up to 4200 meters was really more than exhausting. I got cramps in my legs and my stomach felt sick. I could hear my heart beating really fast but I continue with slow walking until I reached the last checkpoint. I followed a long uphill rich until the highest point and as higher I got as better I felt. The last 10 km were more or less easy downhill with some running through a long and narrow canyon. I liked it really much because it was nice technical running. After the canyon the trail went uphill again until I could see the finish line.
I finished in 4hours 37 minutes what means that I broke the time of my friend Basti with 10 minutes. He would have been very happy I guess...
All in all the race was really tough and a lot of competitors were suffering because of the less oxygen pressure in the air and the cold wind, the difficult terrain and so on. But the landscape of the beautiful Atacama desert is amazing. And the organisation with Richard Donovan and Fearghul Murthy were brilliant and made the event to become  a special experience. Thanks a lot to UVU Racing with Gerhard Flatz and everyone who was with me on that trip.