Anne-Marie Flammersfeld

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Sonntag, 12. April 2015

Erst das Training, dann die Regeneration

Oder anders gesagt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man muss also erst etwas leisten, bevor man sich erholen kann. Macht irgendwie auch Sinn. Denn wenn man sich vorher nicht verausgabt, kann man sich ja auch nicht erholen. Wie stark man sich verausgabt, das hängt mit dem inneren Angreifer zusammen. Das Training kann locker und gemütlich sein, als Feierabendrunde um den See oder zum Morning-Kick-Off mit der besten Freundin. Man rennt dann so vor sich hin, im lockeren Tempo und kann sich gut unterhalten. Dabei vergisst man die Zeit und fühlt sich am Ende zufrieden: man hat sich bewegt und das soll ja gesund sein. Ist es auch. Doch wie wäre es mal mit einer "Go hard or go home"- Einheit! Vollgas geben, sprinten bis zur Erschöpfung, mit schnellen Schritten den Berg hochrasen. Kurz anhalten und dann wieder durchstarten. Wer macht solche Einheiten eigentlich regelmässig und wer macht sie gerne? Jeder, der sich nur ein bisschen mit Trainingswissenschaft auseinandersetzt oder hin und wieder mal in einer Laufzeitschrift blättert weiss, dass dieses Intervalltraining sehr effizient ist. Durch den hohen mechanischen Reiz, den die Herzmuskulatur erfährt, passt sie sich in der Erholungsphase besser an und sorgt für die nächste "Attacke" vor. Aber das passiert nur, wenn der Trainingsreit entsprechend hoch und erschöpfend gewesen ist. Viele meinen, dass man bei einem Intervalltraining ja nicht so viele Kilometer abspult und deswegen der Trainingseffekt geringer ist. Hier gilt aber ganz klar: Qualität statt Quantität. Raus aus der Komfortzone, rein in die Firestarter-Zone und Gas geben. Am besten bergauf, da braucht man als Anfänger nicht die super-Koordination und zugleich fördert es im doppelten Sinn die Kraft, da die Muskeln mehr leisten müssen.
Und wenn man es dann einmal geschafft hat, merkt man ganz schnell den Erfolg. Es ist immer wieder eine Überwindung, das Komforttempo zu verlassen, aber der Erfolg stellt sich ein. Auch ich finde gerne Ausreden, warum ich jetzt gerade kein Intervall,- oder Tempotraining machen soll/brauch/muss/will. Aber hat es mich dann einmal gepackt, finde ich es super. Eine gewöhnliche Einheit kann damit wieder einen neuen Kick bekommen und man ist um mindestens eine Erfahrung reicher. So bin ich in meinem Training dann auch endlich mal die 1000 Höhenmeter im Intervalltempo nach oben gesprintet, ohne große Vorgaben: einfach von einem Wanderschild zum nächsten oder bis ich den nächsten Baum erwischt habe, der stark genug war, um mich vor dem Kollaps zu halten. Sprinten ohne Uhr und auf das Körpergefühl hören: wenn die Atmung so heftig wird, dass in wenigen Sekunden nichts mehr geht, dann anhalten. Und weiterlaufen, wenn man wieder einigermassen Sauerstoff einatmen kann.

Nach dem Training sollte dann wirklich alles auf Regeneration gestellt sein: Eat. Stretch. Sleep. Repeat. Mit Proteinen und Kohlenhydraten sollte der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Zudem sehr viel trinken. Wer nur outdoor joggt, dem entgeht, wie viel der Körper schwitzt. Einmal auf dem Laufband im Fitnessstudio und man weiß, dass man elendig schwitzt! Wasser ist auch gut für die äußere Anwendung: Wechselduschen (zumindest die Beine kalt abbrausen!) sind sehr durchblutungsfördernd. Und wer sich vorher noch mit einem wohltuenden Sportöl einreibt, der erlebt wahre Wunder. Ich verwende die Öle von "Soglio": diese kommen aus einem kleinen Bergdorf um die Ecke und bestehen aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. Ein Großteil der Kräuter wächst zudem auf heimischen Boden und diese Qualität merkt man.
Ein paar Stunden sollten vergehen, bis die Muskeln für 20 Minuten gedehnt werden sollten. Auch hier habe ich viel ausprobiert. Im Moment dehne ich wieder; aber erst ca. 2-3 Stunden nach dem Training. Es zeigt Wirkung! Und zu guter Letzt: Schlafen! Nur im Schlaf kann der Körper sich restlos erholen.

Viel Spaß beim nächsten "Go hard or go home"- Training!
Mein Musiktipp: Wanda "Bologna" https://www.youtube.com/watch?v=xREl_68O-mw

Montag, 2. März 2015

Vortrag im Engadin 4. März 2015

Für alle Engadiner:
Am Mittwoch, 4. März 2015 gibt es einen Vortrag über meine Wettkämpfe, Trainings und Vorbereitungen vom letzten Jahr: Nordpolamarathon, Zugspitz Ultra, Bottom Up Iran, Transylvania Trail Traverse und Volcano Marathon!
20:00 Uhr in Celerina. Eintritt frei (Kollekte)

Irland: Land der grünen Wiesen

... und des Regens und des Sturms. In ein paar Tagen geht`s los zu meiner ersten Multi-Sports-Challenge mit Laufen, Kayak, Biken, Laufen, Biken, Laufen. Ich bin ziemlich gespannt, was mich dort in Nordirland erwartet. Mein Training verlieg mit vielen Höhen und Tiefen, da mich eine latente Erkältung immer wieder zu Pausen aufgefordert hat. Aber ich konnte doch immerhin ein paar mal mit dem Straßenvelo raus auf die Straße gehen und ein paar Kilometer abspulen. Die ersten Kilometer waren ziemlich wackelig. Ich fahre ja sonst nur Mountainbike und bin an breite Reifen und einen breiten Lenker gewöhnt. Alles am Straßenvelo ist so schmal, dafür aber auch extrem leicht, was einen wiederum extrem schnell macht. Wenn da nicht der Malojawind wäre, der einem das Letzte abverlangt. Bei meinen ersten Versuchen auf der Rennmaschine habe ich mich nicht getraut, die Hände vom Lenker zu lösen und bin immer schön im gleichen Gang getreten. Wenn ich bremsen musste, bin ich schon 500 Meter vorher aus den Klickpedalen gesprungen, um das Renngefährt zur Not mit den Füßen zu stoppen. Nach ein paar Mal fahren ging dann alles viel besser, so dass ich mich auch traute, in der tiefen Abfahrtsposition rasant in der Kurve liegend bergab zu rauschen. Da ja hier noch tiefster Winter ist, schauten die Autofahrer nicht schlecht, als sie mich da auch dem Bike radeln sahen. Zum Glück waren alle sehr vorsichtig und überholten mich mit einem respektablen Abstand! Nacken, Schultern, Hände, Hintern und Füße schmerzen in regelmäßigen Abständen. Das wird interessant werden, wenn ich zuerst 96km unterwegs bin und dann nochmals 68km. Dazwischen vergnüge ich mich auf dem Kayak. Das habe ich auch geübt! Und zwar im Hallenbad in Pontresina. Der Bademeister Beat Ritter war so freundlich uns eine Zeit zu nennen, in der ich mit dam Kayak kommen könnte, ohne die anderen Badegäste mit dem Paddel zu nerven. An einem Sonntagabend ging ich dann mit Irene (eine sehr erfahrene Paddlerin) zum Badespass bei gefühlten 30 Grad im Hallenbad Kayakfahren üben. Es brauchte einige Zeit, bis ich den Rhythmus fand und mich nicht nur im Kreis drehte. Später schaffte ich es dann auch mit 8 Schlägen die 25 Meter - Bahn zu durchqueren und schnell eine Wende zu machen, um nicht gegen den Sprungturm zu fahren. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag keinen, deswegen sehe ich der 15km langen Strecke auf dem Fjord in Irland positiv entgegen....
Das Laufen kann ich ja. Wir starten mit 22km, dann kommt nach dem Kayak und der Bikestrecke ein Berglauf und dann nach der 2. Bikestrecke nochmals 43km. Das wird alles sehr spannend werden. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das alles schaffen werde. Aber irgendwie werde ich es schon schaffen.
Das Wetter soll übrigens warm werden! In den letzten Wochen haben mich die Wetterberichte leicht abgeschreckt: starker Wind, 1-3 Grad, Regen, Graupel und Schnee. Jetzt sind für Samstag 10-14 Grad angekündigt und kein Regen. Was ist denn da los? Hat das Universum Mitleid?
Warten wir es ab. Irland Rock N Roll! www.therace.ie




Donnerstag, 5. Februar 2015

Training für THE RACE in Irland

Für meinen ersten Wettkampf in diesem Jahr muss ich einiges umstellen. Für THE RACE in Irland muss ich regelmässig auf`s Bike steigen und Kilometer abspulen. Für mich als reine Läuferin und Outdoorfan eine riesen Herausforderung. Zum Glück kann ich in S-Chanf im Parc Serlas indoor trainieren und muss nicht bei minus 20 Grad raus und mit dem Drahtesel die Runden ziehen oder die Pässe abfahren. THE RACE hat eine Gesamtdistanz von 250 Kilometern, die wie folgt aufgeteilt ist:
20km Laufen, 15km Kayak, 96km Bike, 5km Mountain Run mit 500V+, 68km Bike, 40km Laufen.
Das Laufen sollte ich schaffen, auch wenn es sich viel anhört. Aber da muss ich keine Technik mehr trainieren. Das Kayakfahren,... mh.. ich hatte im Sommersemester 2001 mal einen Kayakkurs auf dem Fühlingersee in Köln. Zählt das? Kann ich die gelernte Technik 14 Jahre (Hilfe!) später noch abrufen? Ich werde es versuchen und mich einfach ins kalte Wasser werfen müssen. Denn hier im Engadin sind nun wirklich alle Seen zugefroren. Ich könnte höchstens mal mit einem Kayak ins Hallenbad gehen und dort den Schwimmern die Laune verderben, um wenigstens mal ein bisschen wieder den Flow für das Paddeln zu bekommen. Ich werde mir das überlegen. Besorgte Freunde animieren mich ständig, dass ich doch absaufen würden, wenn ich die Eskimorolle nicht üben würde! Soweit denke ich gar nicht. Ich habe ehrlich gesagt keine große Lust, in das eiskalte Wasser eines irländischen Fjörds zu fallen. Immerhin schreibt der Veranstalter, dass wir mit der Flut paddeln werden. Das ist doch ein Licht am Ende des Tunnels. Handschuhe, die werde ich dieses Mal wirklich anziehen. Und zwar die Expeditionshandschuhe mit extra warmer Daunenfüllung. Vielleicht ziehe ich auch zwei Paar übereinander und dann am besten noch Müllsäcke als wasserfeste Schicht. Ob man so noch paddeln kann? Wie lustig sieht das wohl aus, wenn ich mich expeditionsbekleidet mit Kayak ins Hallenbad schleiche und dort dann die Eskimorolle übe. Also, zusammengefasst: das Kayakfahren wird schon irgendwie klappen.
Jetzt noch zur letzten Disziplin: Strassenrennrad oder Roadbike oder Strassenvelo! Ich habe noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen! Ich bin noch nie in meinem Leben mit einem Strassenrennrad durch die Gegend geheizt und ich habe überhaupt keine Ahnung, wie man auf solchen dünnen Reifen die Balance halten kann. Vor 3 Wochen habe ich angefangen, im Parc Serlas auf dem indoor-Ergometer zu trainieren. Nach 20 Minuten habe ich den ersten Panikanfall bekommen. Da hatte ich gerade mal 10km abgespult. Zu diesem Zeitpunkt war es für mich nicht vorstellbar, 20km zu fahren und der Gedanke an 96km war soweit weg wie der Nordpol. Beim zweiten Training schaffte ich in einer Stunde 30km mit einer Wattleistung von 140 und 100 Umdrehungen pro Minute. All diese Parameter spuckt so ein Ergometer aus. Dieses überdimensionale Display ist einfach gnadenlos und es ist schwer, nicht die ganze Zeit darauf zu starren. Weitere Nachteile: ich bin indoor und habe weder Fahrtwind noch sonstige natürliche Gegebenheiten. Monoton sitze ich da auf diesem breiten Gesundheitssattel, der mit der Zeit doch anfängt zu schmerzen. Ich muss mich benehmen und darf keinen "Sportlerschnauz" machen, wenn die Nase läuft. Die Taschentücher sind natürlich in der Tasche im Umkleideraum. Somit trete ich mit schniefender Nase weiter in die Pedale. Schweiss: Ich schwitze unglaublich, als ob ich in einer Finnischen Sauna hocken würde. Woran liegt denn das? Ist das Angstschweiss? Es gibt aber auch einige Vorteile, wenn man indoor trainiert: die oberen Atemwege haben es immer schön warm und die Bronchien können sich entspannen. Zwischendurch kann ich auch einfach mal die Augen schließen und den Kopf auf das Display legen. Powernapping während die Beine einfach weitermachen. Zudem kann ich auf dem ipad im Internet surfen und mir tolle Videos anschauen oder einfach telefonieren. Und wenn der Akku leer ist, stecke ich einfach alles in die Steckdose, die in greifbarer Nähe ist. Und so spule ich die Kilometer ab und bin mittlerweile bei 45km pro Trainingseinheit angekommen.
Ich glaube, THE RACE ist eine tolle neue Herausforderung und lässt mich auch endlich mal alternativ trainieren und andere Muskelgruppen beanspruchen. Ich bin gespannt, wie es dann tatsächlich wird, da oben in Nordirland mit Regen, Schnee, Wind und Dunkelheit. Dann werde ich mich zurücksehnen auf mein indoor-Ergometer mit Steckdose in Reichweite.
www.therace.ie 

Mein Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=VLDUiuFTjKU

Freitag, 23. Januar 2015

Update Races

Ich bin aus der Winterhöhle herausgekrochen und nehme wieder Licht und Energie zu mir!
In ein paar Wochen schon bin ich am Start von "THE RACE" in Nordirland. Am 7. März heißt es:
20km Running, 15km Kayak, 90km Roadbike, 5km Mountain Running, 70km Road Bike, 40km Trailrunning= 250 Kilometer nonstop. THE RACE ist der härteste Ultralaufwettkampf Irlands und ich mache mit.  Rennen kann ich ja ganz gut. Und einen Kayakkurs hatte ich 1999 mal in der Uni auf dem Fühlinger See. Aber das biken? Das wird eine echte Herausforderung. Deswegen trifft man mich im Moment 2x pro Woche im Parc Serlas in S-Chanf auf dem Spinningbike. Es ist manchmal nicht auszuhalten, wie langsam die Zeit auf so einem Fahrrad vergeht.
Mögliche weitere Wettkämpfe in diesem Jahr 
Im April: Tuscany Crossing in Italien mit 106km/ im Mai Ultra Trail WM in Frankreich/ Juli Bottom Up Afrika mit der Besteigung des Kilimanjaro und Speed-Versuch/ August vielleicht die Trans Alpine Run/ November Ultra Marocco.
Einige schöne Wettkämpfe und Projekte stehen an!

Am 04. März 2015 halte ich einen Vortrag im Engadin. "Mehr als nur ein Marathon": Rückblicke auf das Wettkampfjahr 2014. Start: 20:00 Uhr in Celerina im Gemeindesaal! Eintritt frei (Kollekte). 

Sonntag, 30. November 2014

Die Faszination der Mentalen Stärke nach zwei Jahren Ultralauf

Ich werde ja immer wieder zum Thema Mentale Stärke befragt. Häufig soll ich beschreiben, wie viel Prozent die Mentale Stärke ausmacht. Vor einem Jahr habe ich noch gesagt, dass es vielleicht 60 bis 70% sind, war mir aber auch nicht ganz sicher. Ich habe in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht und würde nach meinem Studium der eigenen Erfahrungen behaupten, dass der Kopf der absolut entscheidende Motor ist. Mit meiner Willenskraft kann ich mich antreiben, motivieren, beeinflussen und auch bremsen. Meine Gedanken kreieren eine Idee und je nachdem wie stark ich meine Begeisterungsfähigkeit dafür aktivieren kann, entwickelt sich die Idee zum großartigen Projekt. Die Begeisterung treibt mich an. Die Begeisterung beflügelt mich. Die Begeisterung lässt mich handeln. Woher die Idee für etwas kommt, kann ich nicht genau sagen. Der Gedanke entspringt wie ein Funke und entweder entsteht ein gigantisches Feuerwerk oder der Gedanke verpufft so schnell wie er gekommen ist. Die mentale Begeisterung für etwas wirkt sich auch körperlich aus: mein Herzschlag wird schneller, ich bin aufgeregt, werde fast hyperaktiv und will diese Idee gleich umsetzen. Wer also mit dem Trailrunning oder dem Joggen beginnen möchte, muss dafür nur die richtige Begeisterung entwickeln. Dann läuft der erste Kilometer fast von alleine. Die Begeisterung für etwas treibt an. Und dann ist es egal, ob es bei einem Kilometer bleibt, oder man 100 Kilometer rennt. Solange der Kopf in Form ist und die mentale Steuerungszentrale positive Botenstoffe ins Blut feuert, läuft es einfach. Deswegen würde ich behaupten, dass Mentale Stärke vom ersten Schritt an den Erfolg ausmacht.
Nun kommen beim Joggen natürlich noch der Körper und die biomechanischen Gesetzmässigkeiten hinzu. Knorpel, Sehnen, Bänder, Knochen und alle anderen Mitspieler reagieren mit unterschiedlicher Anpassung auf mechanische Reize (=Bewegen der Gliedmaßen). Wird eines der Systeme überfordert, reagiert es mit Schmerzen und signalisiert, das eine Pause sinnvoll wäre. Nun muss sich die Mentale Stärke und die hyperaktive Begeisterung etwas bremsen und den Systemen Zeit zur Adaptation geben. Man muss in dieser Zeit nicht pausieren, sondern kann sich mit anderen Bewegungen (z.B. Radfahren, Schwimmen) in Form halten. Aus einem Kilometer werden dann schnell zwei, drei, vier, zehn, fünfzehn. Natürlich gibt es zwischendurch Krisen und Zweifel und zur hyperaktiven Begeisterung gesellt sich dann auch allmählich der innere Schweinehund, der es der Begeisterung hin und wieder schwer macht. Aber auch in dieser Phase ist es die Mentale Stärke, die sich über alle hinwegsetzen kann und einfach weiter unermüdlich motiviert. Und dann kann es passieren, dass man nach "einiger" Zeit 100 Kilometer am Stück läuft. Und auch da ist es wieder die Mentale Stärke und die Begeisterung, die antreiben. Die Willenskraft als Urkraft gesellt sich dazu und schreit laut: "Du schaffst das, du hast schon so viel geschafft, dann schaffst du das auch noch!". Mentale Stärke und hyperaktive Begeisterung trifft zunehmend "die Erfahrung". Denn mit jedem gelaufenen Kilometer sammelt man lehrreiche Erfahrungen. Und diese verschieben die Grenzen. Wenn man 10 Kilometer locker laufen kann, dann ist doch logischerweise noch Luft nach oben. Also warum nicht beim nächsten Mal 12 Kilometer laufen. Und so verschiebt sich diese Grenze.
Mentale Stärke treibt mich an und lässt mich weitergehen, als zuvor. Doch so sehr ich mich mental auch auf etwas einstelle und trainiere: manche körperlichen Grenzen lassen sich nicht überwinden. Ich wäre zum Beispiel nicht in der Lage, 100 Meter unter 10 Sekunden zu rennen, geschweigedenn unter 12 Sekunden. Der Weltrekord der Frauen liegt bei 10,49 Sekunden (Florence Griffith-Joyner im Jahr 1988). Auch wenn ich mental und physisch noch so hart trainieren würde, ich würde es nicht schaffen. Weil manche Dinge einfach genetisch vorgegeben sind und die Mehrheit meiner Muskelfasern vom Typ "langsam zuckender Faser" bestehen, was bedeutet, dass ich über zuwenig Einheiten verfüge, die für die Schnelligkeit verantwortlich sind. Natürlich kann ich meine Schnelligkeit trainieren, aber ich würde nie die Zeit laufen, die für einen Weltrekord reicht. Mit dieser Erkenntnis kann ich mich dann aber wiederum auf die Stärken konzentrieren und an diesen arbeiten.
Ist Mentale Stärke dann also nur so lange erfolgreich einsetzbar wie innere (oder genetische) Umstände es zulassen? Ich denke, so lange man einer Idee, die man hat, nicht nachgeht, sie nicht ausprobiert, nicht selber erfährt und erspürt, wie es sich anfühlt; wenn man nicht selber die Erfahrung macht, wie es ist, kann man nicht sagen, dass man es nicht kann. Denn: auf diese Weise entdeckt man (verborgene) Talente, erkennt Schwächen, verschiebt Grenzen und vor allem: man erlebt etwas. Man sammelt Erfahrung. Und dazu lohnt es sich immer, etwas auszuprobieren.
Mentale Stärke- Fortsetzung folgt.
Mein Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=-AORasS2Oxc



Sonntag, 16. November 2014

UvU volcano marathon in the Atacama desert or how it feels to race in altitude...



I went to the Atacama desert with a mixture of different feelings. When Richard Donovan asked me to race the volcano marathon I was not sure what to expect. I know that Richard is a brilliant race director and well known for tough events. When I had a look on the course I was sure to run 42.2 kilometres- but with an average of altitude of 4000 meters? The body suffers a lot in that zone of limited oxygen pressure and has to work even more stronger. With the start on 4500 meters and the finish on 3600 m I thought that will maybe not too bad because we are running downhill most of the time. A closer look on the profile showed me that there is a nice climb for 600 meters up again on 4200 meters. With my experiences of the altitude I knew that as higher I get as better it will be. But what about the between? I stopped asking myself further questions and told Richard that I will be there.
But I returned to the Atacama desert also for a different reason. I wanted to run that marathon for Basti who has been there last year in charge of the UvU racing team. My mission was to break his time and to run as fast as I could. I guess he would be happy for that.
After a long journey with stops in Madrid, Santiago de chile and Calama I finally arrived in San Pedro, a nice little village in the middle of the Atacama desert. I had a silent smile in my face because the wonderful memories of my first victory in the Racing the Planet 4 Deserts Series came back to me. In 2012 I ran 250 km through the driest desert on earth and won it unfortunately. But this time my thoughts were more or less still in that emotionally twist of the senseless loss of Basti.
It was really warm when I stepped out of the van. I met Richard and Fearghul as well Judy I met at the North Pole marathon in April that year. The day ended very soon because I was really tired.
In the next 3 days we all went to a couple of places to acclimatised and to get to know the area better. We were lucky to arrive in the Valle de la Luna close in time for sunset. It was a spectacular view standing on the rich of a long rocky hill and look around to the beautiful landscape, while the sky turned into a variation of colours. Mike, the event photographer, took a lot of nice shots and we all soak up the energy around that unique place. For the next day we drove to the Valley of death with its amazing long sand dunes. I remembered that place from the Atacama crossing in 2012 and was happy to be there again. After a nice walk and run we got to the top of the dune. I had a lot of fun running downhill as fast as I coud. It's like running in snow, just sliding downhill softly. I felt good on that day although my body got adapted to the altitude and dry air of 2500 meters. A nice carbo-loading-party in the evening was the start of the final mission on the next day: to run the marathon. I slept really bad as I do always before a race. On the 11th of the 11th we all got up very early to drive for more than one hour through the middle of nowhere up on 4500 meters. It's weird to drive up easily by car to that altitude. Normally you should adapt the body to that altitude in regular steps. But also I know from my experiences that the body needs some time to recognise the lack of oxygen pressure in the air and to start to acclimatise. I was hoping that this would happen to me again. It was really cold and a strong wind was touching us directly from all sides. Suddenly I felt a strong emotional sadness and was not sure if I could go to the start and run. A couple of moments before the start we did a silent minute in honour for Basti and we hold up a nice picture Richard had created. At this Moment I was really sad and didn't realise that Richard was already counting the seconds to the start. I just turned on the engine and ran. My muscles felt ok although I expected the limited amount of oxygen. But the system worked in a good status and I felt that positive energy. After the first 2 km the track marking changed into a wide open field and the massive cold wind came from the front. I thought that will be tough as well the track was only flat!! After a light uphill the first long downhill started and I got in my rhythm. I was running really fast and was wondering that I was not felling the altitude as I expected. I passed the first checkpoint without drinking anything and continued on that long road with a light uphill and downhill what actually was quite nice. I reached checkpoint 2 at km 20 and remembered the profile of the course that between checkpoint 2-3 the uphill started again. The elevation of 600 meters on a 2 kilometre distance up to 4200 meters was really more than exhausting. I got cramps in my legs and my stomach felt sick. I could hear my heart beating really fast but I continue with slow walking until I reached the last checkpoint. I followed a long uphill rich until the highest point and as higher I got as better I felt. The last 10 km were more or less easy downhill with some running through a long and narrow canyon. I liked it really much because it was nice technical running. After the canyon the trail went uphill again until I could see the finish line.
I finished in 4hours 37 minutes what means that I broke the time of my friend Basti with 10 minutes. He would have been very happy I guess...
All in all the race was really tough and a lot of competitors were suffering because of the less oxygen pressure in the air and the cold wind, the difficult terrain and so on. But the landscape of the beautiful Atacama desert is amazing. And the organisation with Richard Donovan and Fearghul Murthy were brilliant and made the event to become  a special experience. Thanks a lot to UVU Racing with Gerhard Flatz and everyone who was with me on that trip.






Montag, 3. November 2014

Der Winter kommt. Winter is coming.

Supercool, supernice, superstrong. Bevor der Winter kommt, darf ich noch einmal dorthin fliegen, wo 2012 mit "Racing The Planet 4 Deserts" alles begann: Die wunderschöne Atacamawüste erwartet mich zu einem der höchsten Marathone der Welt, dem Volcano Marathon. Neben dem North Pole Marathon ist der Volcano Marathon die zweite Veranstaltung von Richard Donovan, unserem Brand Ambassador für UVU Racing. Auch dieses Mal darf ich teilnehmen und alles geben, in der Hoffnung, am Ende noch Luft zu haben: der Marathon startet auf 4500 Metern und endet auf 3600 Metern. Ich hoffe, dass mich der gute Spirit der Atacamawüste vorwärts treiben wird und ich mit Freude das Ziel erreiche. Ich werde den Lauf zu Ehren von Basti machen und versuchen, seine Zeit aus dem vergangenen Jahr zu knacken. Er hätte Freude daran: supercool, superstark, supergeil!
Also werde ich in dieser Woche die Laufschuhe wieder parat machen und zur Abwechslung mal nicht in niegelnagelneuen Schuhen rennen, sondern in ausgelatschten Long-Distance-erprobten Tretern. Zudem wird es sicherlich sehr warm werden und da passt das neueste UVU Outfit perfekt.

Zum Vormerken:
Am Donnerstag, 06.11.2014 : Schweizer Fernsehen SRF1 um 21:00 "Einstein Spezial". Hier die Vorschau:
http://www.srf.ch/sendungen/einstein/sendungen

Am Samstag, 22.11.2014: Deutsches Fernsehen SWR um 21:50 Uhr "Frank Elstner Menschen der Woche". Hier der Link: http://www.swrfernsehen.de/menschen-der-woche

Zudem ein Artikel in der neuesten Ausgabe von Active Woman.

Mein Musiktipp: Fink "Looking to closely"

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Supercool, supernice, superstrong. Before winter arrives, I will fly once again to where it all began in 2012 with Racing the Planet 4 Deserts: The beautiful Atacama Desert expectes me to run one of the highest marathons in the world, the Volcano Marathon. In addition to the North Pole Marathon, the Volcano Marathon is the second event of Richard Donovan, our Brand Ambassador for UVU Racing. I´m really thankful so participate and hope that I will have some air left in my lungs because the Marathon starts at 4500 meters and ends at 3600 meters. I hope that the good Spirit of the Atacama desert will takes me as fast as possible to the finish line and that I reach it with joy. I will make the run in honor of my friend Basti and try to break his time from last year. He would be happy somewhere in the universe where he might be.Just supercool, superstrong, superpretty.

So I'm going to pack everything to fly to South America this week. And for some changes in my pattern this time I will not run in new shoes I will just wear long distance proven one- I guess... In addition, it will certainly be very warm and for this temperatures the latest UVU fits perfectly! 


News:
Swiss Television November 6th, 2014 : SRF1, 9:00p.m. "Einstein Spezial"
http://www.srf.ch/sendungen/einstein/sendungen

German Television November 22th, 2014: SWR, 9:50p.m. "Frank Elstner Menschen der Woche".  http://www.swrfernsehen.de/menschen-der-woche

My music link:  Fink "Looking to closely"


Rock n Roll.  
Lake Staz


Valley in Garmisch from Herzogstand

SRF Einstein Making of!

Winter?

Piz Nair somewhere


Montag, 29. September 2014

Offene Worte an das Leben/ Open words on life.

Mir fehlen noch zu sehr die Worte, als dass ich das beschreiben kann, was letzte Woche Mittwoch passiert ist. Mein guter Freund Basti Haag ist bei seiner Expedition "Double 8" in einer Lawine ums Leben gekommen. Eine Lawine hat ihn und seinen Kollegen Andrea Zambaldi 100 Meter unterhalb des Gipfels des Shishapangma erfasst und 600m mitgerissen. Es ist unfassbar traurig. Basti war Inspiration und Motivation für mich und hat an mich geglaubt. Große Abenteuer wollten wir noch erleben. Er fehlt mir sehr.
Das Leben im Moment leben. Mit Leidenschaft dabei sein. Die Natur genießen. Super cool. Super nice. Super strong. Wir sollten immer das tun, was uns glücklich macht.

Words are missing too much as I can describe what happened last week on Wednesday. My good friend Basti Haag died in an avalanche during his expedition "Double 8" in the Himalaya. An avalanche got him and his colleague Andrea Zambaldi 100 meters below the summit of Shishapangma and carried them away for  600m. It is incredibly sad. Basti was the inspiration and motivation for me and believed in me. Great adventure we wanted to experience in the future. I miss him so much.
Living life in the moment. Be passionate. Enjoy nature. Supercool. Supernice. Superstrong. We should always do what makes us happy.          






Freitag, 19. September 2014

Post Race: what to do!

The time after a race is as interesting and important as the time before and during the race. I guess that a lot of processes are running in the background of the system to get the organism re-organized. You start daily life again but the body still suffers from the huge effort of the last race. When you start running too early I guess that you will get the answer as soon as possible. When you hang around and do nothing is also not good for the body and the system because both are used to be active. What to do?
Start with little runs for 5 km in a very slow pace and just think about to help the system to work out all the acids and stiffness. Maybe some Aquajogging is also good when you like to be in the pool. Healthy food and a lot of water helps as well. As sooner you start with that procedure as better it could be.
After the Zugspitz Ultra in June I did not any of this and got a bad cold and heavy legs for the next 2-3 weeks.
After the Transylvania Race I ate healthy (ok, I drank some Romania Schnaps...) and tried to recover in a better way what was actually really good. What`s really a strange thing is that I dream a lot about the Race. Also 2 weeks after! Sometimes I dream about that I`m still in the race and ask myself why I´m sleeping although I have to run! Funny dreams but they let me not sleep quiet well. I realize that my mind is working a lot and that the thoughts are still process the last race.
I spent some days in France hanging around at the beach and just doing nothing with the exception of some nice 5k runs and some Yoga. But hanging around on the sofa could be more dangerous than running through a black forest by night with bears and Dracula all around you: I just hit my little toe on the edge of the sofa and yes, what can I say: I broke my little toe! I can`t believe it! Maybe my body wants to talk to me and say: "Just sit still and don`t move anymore I need time to recover!" What to do? Running with a broken toe is really painfull. And doing yoga as well. Walking to the beach is more or less impossible but I did it and just fall down on my towel and slept. Is it that what to do after a race? Maybe! Good luck with your recovery!