Anne-Marie Flammersfeld

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Sonntag, 12. Juli 2015

Live Tracking in Tansania!

Das Projekt Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits startet!
Auf gehts nach Tansania: Vom 16.7.-19.7. gehts mit dem Bike quer durch`s Land. Vom 20.7.-23.7. mit den Wanderschuhen bis auf den Gipfel des Kilimanjaro. Am 25.7. starte ich dann nochmals, um die 4200 Höhenmeter und 20 Kilometer in einer Tour zu bewältigen. Schauen wir, wie schnell ich sein kann.
Zudem besuche ich die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza, für die ich hier einige Laptops und Turnschuhe sammeln konnte! Vielen Dank nochmals an alle!

LIVE TRACKING:
www.bottomupclimbs.org


You can follow us in Tanzania when we start the Bottom Up Climbs Africa! From the 16th-19th of July we are cycling through the country. From the 20th-23rd of July we will climb Mount Kilimanjaro. On the 25th I will try to run up Kilimanjaro in a speed style!

LIVE TRACKING:
www.bottomupclimbs.org

Montag, 29. Juni 2015

Laptops und Turnschuhe für Tansania

Mein Projekt "Bottom Up Climbs" führt mich dieses Jahr nach Afrika. In Tansania steht der höchste Vulkan Afrikas- der Kilimanjaro mit 5895 Metern. Auf meiner Reise auf den afrikanischen Kontinent werde ich auch die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza besuchen, für die ich als Botschafterin tätig bin. In Daressalam wird seit Jahren ein Waisenhaus betreut und mit Spenden versorgt. Ganz konkret suche ich für die Kinder gebrauchte, aber noch funktionsfähige Laptops samt Ladekabel. Wer noch ein solches Gerät im Schrank stehen hat, kann es mir gern bis zum 10. Juli zukommen lassen (Tel. 079 433 67 02). Zudem würde ich gerne auch Joggingschuhe mitbringen: wer hat noch ein Paar, das nicht mehr gebraucht wird?

ABGABE: Im SKISERVICE CORVATSCH Silvaplana-Surlej oder Pontresina bis 10. Juli 2015!
Herzlichen Dank!

Alle Infos zur Stiftung auf:

Wer unser Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies auf der Crowdfunding - Seite machen: es warten tolle Angebote für die Spender!


Dienstag, 2. Juni 2015

Weltmeisterschaft in Annecy: Was für ein Rennen!!

Es ist schon eine sehr große Ehre, im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft an den Start zu gehen. Bei meinem Debüt war ich doch schon sehr aufgeregt und hatte absolut keine Ahnung, was mich erwarten sollte. Über 300 Athletinnen und Athleten aus 38 Nationen waren gemeldet und trafen am Donnerstagabend bei der Eröffnungszeremonie zusammen. Jede Nation hatte eine Fahnenträgerin und durfte stolz die Nationalfarben präsentieren. Der äußere Rahmen war zwar etwas kleiner als bei einer Fußballweltmeisterschaft, aber es war mindestens genauso aufregend und spannend! Bevor wir zur Präsentation auf die Bühne gebeten wurde, gab es ein tolles Showprogramm mit verschiedenen Beiträgen aus Gleitschirmpiloten, Fallschirmspringern, Hochspringern und Breakdance. Es war ein tolles Gefühl sich als Mannschaft dem Publikum zu präsentieren. Mit einem Dinner wurde der Abend dann nicht allzu spät beendet. Am Freitag stand die Entspannung an oberster Stelle. Zudem bekamen wir beim technischen Meeting noch die letzten Informationen und Tipps zur Strategie. Hier hörte ich besonders interessiert zu, da sich meine Erfahrung mit Ultra-Trail-Races noch sehr in Grenzen hält. Unser Betreuer Jens gab uns mit auf den Weg, dass der Wettkampf erst nach der Hälfte richtig losgehen würde und wir uns die Kräfte gut einteilen sollten. Da ich mir eigentlich nie eine Renntaktik überlege, wollte ich es dieses Mal versuchen!
Um 3:30 Uhr war der Start in der Dunkelheit des Morgens und im Licht eines kleinen Feuerwerks rannten wir los, als wenn wir auf der Flucht wären. Ich ließ mich mitreißen und stürmte die ersten flachen Kilometer in einem sehr schnellen Tempo mit. Die ersten 1250 Meter im Anstieg ließ ich es dann etwas langsamer angehen. Die Trails im Wald waren sehr matschig und rutschig, da es in der Nacht geregnet hatte. Bei einer unglücklichen Landung in einem Matschloch dachte ich schon, mein Rücken sei gebrochen! Aber nach einer kurzen Schockphase war alles wieder gut. Der Morgen graute, als ich den ersten Verpflegungscheckpunkt erreichte. Unser Betreuerteam hatte alles gut vorbereitet und ich konnte schnell meine Flaschen auffüllen und wieder weiter rennen. Die Tatsache, dass ich als 24.igste im Rennen war, machte mir doch etwas Sorge. Das Teilnehmerfeld war bei den Männern und Frauen einfach enorm stark und die Weltelite rannte ein ganzes Stück weiter vor mir. Ich motivierte mich weiterhin durchzuhalten, da ja auf 85km so einiges passieren kann. Beim ersten Abstieg merkte ich dann schnell, dass mein Kopf nicht im Downhill-Modus war, da ich jeden Schritt wohl überlegte. Das machte ich total langsam und ich wurde von einigen vielen Läuferinnen überholt, was mich total wahnsinnig machte. Beim nächsten Aufstieg konnte ich dann wieder an allen vorbeiziehen, was mich überraschte, da uphill normalerweise nicht so meine Stärke ist. Somit verlor ich trotzdem bestimmt 10 Plätze. Ab Kilometer 60 oder 65 merkte ich dann, dass ich langsam in Fahrt kam und auch das es bergabwärts besser lief. Aus unserem Team wurde ich dann von Ildiko bei Kilometer 70 überholt... wir motivierten uns gegenseitig, da es ihr auch nicht so gut ging.
Beim dritten Verpflegungsposten füllte ich wie gewohnt alle Flaschen auf und das Team agierte sehr eingespielt: "Willst du noch was essen? Magst Du Käse oder ein Brot? Und was ist das überhaupt für ein Keks, den du da immer isst (Bärenbiberli!)..." Ich schüttete mir das Iso-Geträn rein, zusammen mit einem Booster und dann noch eine Salztablette. Irgendetwas in dieser Mischung passte nicht ganz zusammen und fortan rannte ich mit übelsten Seitenstechen weiter. Ich glaube, diese Mixtur hat meinen Magen etwas überreizt... Wieder etwas gelernt.
Der letzte Aufstieg zog sich dann lange hin. Die Steigung war nicht sonderlich schwer, aber ich marschierte trotzdem lieber in einem schnellem Tempo, als dass ich joggen wollte.  Vielleicht würde ich so eine Steigung beim nächsten Mal auch joggen: da fehlt es mir einfach an Erfahrung! Nachdem ich den letzten Gipfel passiert hatte, ging es 750 Meter auf ca. 4 Km Länge bergab. Der Trail war anspruchsvoll, eigentlich ganz mein Favorit! Und siehe da: die Beine rollten wie von selbst, die Stöcke gaben mir den notwendigen Halt und der Kopf war frisch! Wer hätte das gedacht. Und so konnte ich noch ein paar Damen überholen, da ich es einfach krachen ließ. Der letzte Kilometer in Richtung Ziel war dann auch nochmal super schnell, da ich schon wieder eine Dame im Rücken hatte. Mit einer Zeit von 11 Stunden 21 Minuten und dem 21.igsten Rang bin ich eigentlich sehr zufrieden. Wäre es bergab besser gegangen, wäre eine schnellere Zeit möglich gewesen. Und dann hätten wir vielleicht auch noch den 3. Platz in der Teamwertung geholt. Somit wurden wir Frauen "nur" 4.- was die internationalen Fachbeobachter aber allemal erstaunte!
Im Zielbereich habe ich mich dann erstmal am Buffet durchgegessen, da mein Körper doch etwas hungrig war. Dazu noch einen fetten Oat King Riegel mit Erdnussbutter und die Regeneration konnte starten!
Es war ein tolles Erlebnis und das deutsche Team ist eine super Gruppe von lustigen Leuten. Als ehemalige Handballerin bin ich es ja gewohnt, in einer Mannschaft zu "spielen". Ich habe mich gefreut, dass ich bei einer Weltmeisterschaft dabei sein konnte. Ich habe viel gelernt und hoffe, dass ich diese Erfahrung in die nächsten Wettkämpfe einbauen kann. Vielen Dank an alle, die mitgefiebert haben. Fotos folgen!
Resultate:
http://maxirace.livetrail.net/classement.php?course=monde









Freitag, 22. Mai 2015

Kilimanjaro: Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits

Das Projekt "Bottom Up Climbs Seven Volcanic Summits" geht im Juli 2015 in die 2. Runde! Wir werden den höchsten Vulkan Afrikas bersteigen und zwar wieder vom tiefsten Punkt. Alles aus reiner Muskelkraft. Wir starten in der Hafenstadt Tanga in Tansania und werden mit dem Mountainbike ca. 400 Kilometer in Richtung Nationalpark fahren, bis wir in Moshi ankommen. Von dort wechseln wir in die Laufschuhe und erklimmen die luftigen Höhen des 5895 Meter hohen Kilimanjaro. Im Moment arbeiten wir an der Logistik und planen alles bis ins Details. Zumindest versuchen wir das. In Afrika geht halt alles ein bisschen langsamer zur Sache. Die ersten beiden Tage vor Ort nutze ich dazu, die Projekte der Stiftung Paulchen Esperanza zu besichtigen. Nachdem ich 2012 auf meiner Reise in die Antarktis einen Stop bei den Projekten in Argentinien machen konnte, freue ich mich nun, in Tansania einen Eindruck zu bekommen.
Da diese Reise etwas komplexer ist und wir auch ein Kamerateam mitnehmen, haben wir ein Crowdfunding gestartet, um unserer Idee zu teilen, aber auch um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Das Geld, welches wir aus der www-community bekommen, werden wir u.a. in einer lokale Agentur vor Ort investieren, die uns bei der Logistik und bei der Besteigung des Kili`s behilflich ist. Somit geben wir einen Teil des Geldes zurück! Zudem werden bestimmte Beträge an meine Stiftung Paulchen gespendet sowie an eine private Stiftung zur Unterstützung der Erdbebenopfer in Nepal. Wir fühlen uns mit Euch allen verbunden und sind dankbar für jede Unterstützung.
Hier der Link zu unserem Crowdfunding:
https://www.indiegogo.com/projects/bottom-up-africa#/story

www.bottomupclimbs.org




Dienstag, 19. Mai 2015

Die Vorbereitungen laufen...

Es ist schon lustig, wenn ich hier im Dorf meinem Alltag nachgehe und bei der Post von der netten Beamtin gefragt werde, warum ich die Briefe in die Nachbardörfer eigentlich nicht selber vorbeibringe. Wo ich doch schon so viel laufen würde. Da könnte ich mir doch das Porto sparen! Die Dame hat Recht!
Oder wenn ich immer wieder sonntags auf meinen "Lieblingsberg" Muottas Muragls hochrenne und immer wieder Freunde treffe. Die fragen dann nur noch: wie häufig bist du heute schon rauf,- und runtergerannt, anstatt: schön, dich auch hier zu treffen.
Das Training der letzten Wochen und Monate war im Fokus für den nächsten Wettkampf: die Weltmeisterschaften im Ultra Trail Running in Frankreich. Auch hierzu gibt es immer wieder schöne Kommentare von Freunden und Bekannten, wie zum Beispiel: "Oh, toll, wird das auch im Fernsehen übertragen?" Ich glaube, viele denken bei dem Wort Weltmeisterschaft gleich an Fussball. Leider ist die Sportart, die ich betreibe, nicht annähernd so bekannt. Es werden aber sicher ein paar Leute von der Presse vor Ort sein, die darüber berichten.
Die Weltmeisterschaft findet in Annecy statt und führt über eine Länge von 85km und 5200 positiven Höhenmetern. Auch hier wieder ein Auszug von Kommentaren: "Wie, 5200 Höhenmeter, aber so hoch ist es dort doch gar nicht. Die Berge da sind doch höchstens 1800 Meter hoch!" Ja, genau, der höchste Punkt der Strecke ist ca. 1650 Meter hoch. Läuft man diesen Berg aber ein paar Mal rauf und runter und wieder rauf und runter, dann summiert sich das auf gute 5000 Höhenmeter.
Wieso ich für das Deutsche Nationalteam nominiert wurde? Weil ich letztes Jahr den Zugspitz Ultra gewonnen habe. Das war quasi eine Probe. Wir hatten unser erstes Teamevent meines Bekleidungssponsors "You versus You - UVU- Racing" im Rahmen dieses Wettkampfes und ich war quasi automatisch angemeldet. Dass ich nun für die Nationalmannschaft laufen darf, würde den Basti Haag sicherlich freuen. Als unser Teammanager hatte er immer viele wilde Ideen und ich höre noch seine Worte: Mensch, Änny, wäre das super, wenn du für Deutschland starten kannst. Das wird super!" Bei Basti war ja eh immer alles super!
Also habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten mal ordentlich zusammengerissen und trainiert wie eine Gemse. Immer auf der Suche nach schneefreien Trails und immer auf der Mission, möglichst viele Höhenmeter in die Beine zu bekommen und das mit einem Lächeln im Gesicht.
In jeder Vorbereitungsphase lerne ich dazu. So auch dieses Mal:
Wenn man müde ist, dann ist man müde und sollte nicht trainieren. Sonst droht häufig in den nächsten Tagen eine Erkältung. Wenn die Schuhe durch sind, sind sie durch und das Laufen wird dadurch nicht besser. Wenn man Durst hat, sollte man trinken und dafür sorgen, dass die Flaschen wieder rechtzeitig aufgefüllt werden. Man sollte immer im Moment laufen und nicht schon an die Steigung in 5 Kilometern denken. 2 Wochen vor dem Wettkampf sollte man nicht unbedingt auf unbekannten Strecken laufen: meistens verirrt man sich und landet in Dornensträuchern.
Am 30. Mai geht es also nun im Trikot für Deutschland los. Wer hätte das gedacht, als ich 2010 bei einem Ponytrekking in Ushuaia am Ende der Welt Gunnar aus Norwegen kennen gelernt habe und von Racing the Planet erfahre habe.
Hier der Link zum Race: http://maxi-race.org/

Sonntag, 3. Mai 2015

Lost Worlds "Tuscany Crossing" Race report

When I think about all my races I did so far I can see that there is really a clear line how I choose out the races: there is no real straight line! All my races are different with distance, altitude or climate. Sometimes I see myself running through a desert then I find myself in the loneliness of the mountains in Romania and finally at the North Pole with temperatures of minus 31 degrees celsius. But this is what I really like: to never know what`s coming next. I could never be a road marathon runner. I like the changes in trails!
This is why I selected the "Lost Worlds Tuscany Crossing". I know the organization from the Transylvania Trail Traverse. When you remember my experiences I have made in the mountains of Romania where I met bears and dogs and some others I was really excited to go to Tuscany. Although I was not thinking that I will meet bears and dogs there. I signed in for the 53 kilometer with 2000 vertical meters. A distance I haven`t ran before. It looked like a fast race without technical passages. Just running uphill and downhill with no great climbing. I was interested in running fast as well to see the beautiful landscape of Tuscany. At the pre-race briefing and pre-race-pasta-party I was surprised that they served red wine for everybody: Italian`s Style! And during the talk about the race I suddenly heared my name and recognized that everybody was looking around until some of my friends lifted up my arm to show that it was me. Ok. It will be a race and not a training! Finally I saw myself eating a lot of Pasta and drinking a zip of redwine just because everyone did so.
The morning of the race was really cold and I got into my jacket and out of it and then again into it and finally I ran without. I said to myself that I will race as fast as possible and not to complain to look back or something else. Just 53km of solid running in a steady pace. I don`t know how fast I started but I saw myself leading the group of 180 runners for the next 3 kilomters. I was not sure if I could do so for the next 50km but I reminded myself to stay strong and focussed. I recognized that something was not running well with my breathing. I was not able to breathe deep into my lungs. Something was blocked and it felt terrible. I thought about asthma or an allergical reaction of some of the trees in blossom. The only way to breathe gentle was to inhale through the nose! That paced me down a bit and some other very fast male runners overtook me. I was fighting a lot with that respiratory problem and tried to calm myself down. After half of the track and as higher I got it felt better and suddenly I was able to breathe in a normal way.
The route was going through nice forests, uphill and downhill. I passed nice little Italian villages and thought about making a stop a the gelateria! The trails were mostly dirt roads so I was running fast. After I passed the highest point I saw the big old castle of Castaglione d`orcia far away where we had to go to. It was mentally tough and I started to run faster just to be earlier at the finish. I ran through wild open fields with the typical trees of that region and passed several vineyards. Really pretty! Finally I reached the finish line in 5hours 14minutes as the first woman. I was happy and exhausted! Running fast is really interesting! I got a big typical terracotta vase and some other nice food of the region and - of course- a bottle of red wine. The Italians are really nice! And the organization Lost Worlds Racing did a great job. UVU Racing gear was as perfect as ever! Thanks a lot!







Pre Race Dinner





Post Race Dinner





Sonntag, 12. April 2015

Erst das Training, dann die Regeneration

Oder anders gesagt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man muss also erst etwas leisten, bevor man sich erholen kann. Macht irgendwie auch Sinn. Denn wenn man sich vorher nicht verausgabt, kann man sich ja auch nicht erholen. Wie stark man sich verausgabt, das hängt mit dem inneren Angreifer zusammen. Das Training kann locker und gemütlich sein, als Feierabendrunde um den See oder zum Morning-Kick-Off mit der besten Freundin. Man rennt dann so vor sich hin, im lockeren Tempo und kann sich gut unterhalten. Dabei vergisst man die Zeit und fühlt sich am Ende zufrieden: man hat sich bewegt und das soll ja gesund sein. Ist es auch. Doch wie wäre es mal mit einer "Go hard or go home"- Einheit! Vollgas geben, sprinten bis zur Erschöpfung, mit schnellen Schritten den Berg hochrasen. Kurz anhalten und dann wieder durchstarten. Wer macht solche Einheiten eigentlich regelmässig und wer macht sie gerne? Jeder, der sich nur ein bisschen mit Trainingswissenschaft auseinandersetzt oder hin und wieder mal in einer Laufzeitschrift blättert weiss, dass dieses Intervalltraining sehr effizient ist. Durch den hohen mechanischen Reiz, den die Herzmuskulatur erfährt, passt sie sich in der Erholungsphase besser an und sorgt für die nächste "Attacke" vor. Aber das passiert nur, wenn der Trainingsreit entsprechend hoch und erschöpfend gewesen ist. Viele meinen, dass man bei einem Intervalltraining ja nicht so viele Kilometer abspult und deswegen der Trainingseffekt geringer ist. Hier gilt aber ganz klar: Qualität statt Quantität. Raus aus der Komfortzone, rein in die Firestarter-Zone und Gas geben. Am besten bergauf, da braucht man als Anfänger nicht die super-Koordination und zugleich fördert es im doppelten Sinn die Kraft, da die Muskeln mehr leisten müssen.
Und wenn man es dann einmal geschafft hat, merkt man ganz schnell den Erfolg. Es ist immer wieder eine Überwindung, das Komforttempo zu verlassen, aber der Erfolg stellt sich ein. Auch ich finde gerne Ausreden, warum ich jetzt gerade kein Intervall,- oder Tempotraining machen soll/brauch/muss/will. Aber hat es mich dann einmal gepackt, finde ich es super. Eine gewöhnliche Einheit kann damit wieder einen neuen Kick bekommen und man ist um mindestens eine Erfahrung reicher. So bin ich in meinem Training dann auch endlich mal die 1000 Höhenmeter im Intervalltempo nach oben gesprintet, ohne große Vorgaben: einfach von einem Wanderschild zum nächsten oder bis ich den nächsten Baum erwischt habe, der stark genug war, um mich vor dem Kollaps zu halten. Sprinten ohne Uhr und auf das Körpergefühl hören: wenn die Atmung so heftig wird, dass in wenigen Sekunden nichts mehr geht, dann anhalten. Und weiterlaufen, wenn man wieder einigermassen Sauerstoff einatmen kann.

Nach dem Training sollte dann wirklich alles auf Regeneration gestellt sein: Eat. Stretch. Sleep. Repeat. Mit Proteinen und Kohlenhydraten sollte der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Zudem sehr viel trinken. Wer nur outdoor joggt, dem entgeht, wie viel der Körper schwitzt. Einmal auf dem Laufband im Fitnessstudio und man weiß, dass man elendig schwitzt! Wasser ist auch gut für die äußere Anwendung: Wechselduschen (zumindest die Beine kalt abbrausen!) sind sehr durchblutungsfördernd. Und wer sich vorher noch mit einem wohltuenden Sportöl einreibt, der erlebt wahre Wunder. Ich verwende die Öle von "Soglio": diese kommen aus einem kleinen Bergdorf um die Ecke und bestehen aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. Ein Großteil der Kräuter wächst zudem auf heimischen Boden und diese Qualität merkt man.
Ein paar Stunden sollten vergehen, bis die Muskeln für 20 Minuten gedehnt werden sollten. Auch hier habe ich viel ausprobiert. Im Moment dehne ich wieder; aber erst ca. 2-3 Stunden nach dem Training. Es zeigt Wirkung! Und zu guter Letzt: Schlafen! Nur im Schlaf kann der Körper sich restlos erholen.

Viel Spaß beim nächsten "Go hard or go home"- Training!
Mein Musiktipp: Wanda "Bologna" https://www.youtube.com/watch?v=xREl_68O-mw

Montag, 2. März 2015

Vortrag im Engadin 4. März 2015

Für alle Engadiner:
Am Mittwoch, 4. März 2015 gibt es einen Vortrag über meine Wettkämpfe, Trainings und Vorbereitungen vom letzten Jahr: Nordpolamarathon, Zugspitz Ultra, Bottom Up Iran, Transylvania Trail Traverse und Volcano Marathon!
20:00 Uhr in Celerina. Eintritt frei (Kollekte)

Irland: Land der grünen Wiesen

... und des Regens und des Sturms. In ein paar Tagen geht`s los zu meiner ersten Multi-Sports-Challenge mit Laufen, Kayak, Biken, Laufen, Biken, Laufen. Ich bin ziemlich gespannt, was mich dort in Nordirland erwartet. Mein Training verlieg mit vielen Höhen und Tiefen, da mich eine latente Erkältung immer wieder zu Pausen aufgefordert hat. Aber ich konnte doch immerhin ein paar mal mit dem Straßenvelo raus auf die Straße gehen und ein paar Kilometer abspulen. Die ersten Kilometer waren ziemlich wackelig. Ich fahre ja sonst nur Mountainbike und bin an breite Reifen und einen breiten Lenker gewöhnt. Alles am Straßenvelo ist so schmal, dafür aber auch extrem leicht, was einen wiederum extrem schnell macht. Wenn da nicht der Malojawind wäre, der einem das Letzte abverlangt. Bei meinen ersten Versuchen auf der Rennmaschine habe ich mich nicht getraut, die Hände vom Lenker zu lösen und bin immer schön im gleichen Gang getreten. Wenn ich bremsen musste, bin ich schon 500 Meter vorher aus den Klickpedalen gesprungen, um das Renngefährt zur Not mit den Füßen zu stoppen. Nach ein paar Mal fahren ging dann alles viel besser, so dass ich mich auch traute, in der tiefen Abfahrtsposition rasant in der Kurve liegend bergab zu rauschen. Da ja hier noch tiefster Winter ist, schauten die Autofahrer nicht schlecht, als sie mich da auch dem Bike radeln sahen. Zum Glück waren alle sehr vorsichtig und überholten mich mit einem respektablen Abstand! Nacken, Schultern, Hände, Hintern und Füße schmerzen in regelmäßigen Abständen. Das wird interessant werden, wenn ich zuerst 96km unterwegs bin und dann nochmals 68km. Dazwischen vergnüge ich mich auf dem Kayak. Das habe ich auch geübt! Und zwar im Hallenbad in Pontresina. Der Bademeister Beat Ritter war so freundlich uns eine Zeit zu nennen, in der ich mit dam Kayak kommen könnte, ohne die anderen Badegäste mit dem Paddel zu nerven. An einem Sonntagabend ging ich dann mit Irene (eine sehr erfahrene Paddlerin) zum Badespass bei gefühlten 30 Grad im Hallenbad Kayakfahren üben. Es brauchte einige Zeit, bis ich den Rhythmus fand und mich nicht nur im Kreis drehte. Später schaffte ich es dann auch mit 8 Schlägen die 25 Meter - Bahn zu durchqueren und schnell eine Wende zu machen, um nicht gegen den Sprungturm zu fahren. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag keinen, deswegen sehe ich der 15km langen Strecke auf dem Fjord in Irland positiv entgegen....
Das Laufen kann ich ja. Wir starten mit 22km, dann kommt nach dem Kayak und der Bikestrecke ein Berglauf und dann nach der 2. Bikestrecke nochmals 43km. Das wird alles sehr spannend werden. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich das alles schaffen werde. Aber irgendwie werde ich es schon schaffen.
Das Wetter soll übrigens warm werden! In den letzten Wochen haben mich die Wetterberichte leicht abgeschreckt: starker Wind, 1-3 Grad, Regen, Graupel und Schnee. Jetzt sind für Samstag 10-14 Grad angekündigt und kein Regen. Was ist denn da los? Hat das Universum Mitleid?
Warten wir es ab. Irland Rock N Roll! www.therace.ie




Donnerstag, 5. Februar 2015

Training für THE RACE in Irland

Für meinen ersten Wettkampf in diesem Jahr muss ich einiges umstellen. Für THE RACE in Irland muss ich regelmässig auf`s Bike steigen und Kilometer abspulen. Für mich als reine Läuferin und Outdoorfan eine riesen Herausforderung. Zum Glück kann ich in S-Chanf im Parc Serlas indoor trainieren und muss nicht bei minus 20 Grad raus und mit dem Drahtesel die Runden ziehen oder die Pässe abfahren. THE RACE hat eine Gesamtdistanz von 250 Kilometern, die wie folgt aufgeteilt ist:
20km Laufen, 15km Kayak, 96km Bike, 5km Mountain Run mit 500V+, 68km Bike, 40km Laufen.
Das Laufen sollte ich schaffen, auch wenn es sich viel anhört. Aber da muss ich keine Technik mehr trainieren. Das Kayakfahren,... mh.. ich hatte im Sommersemester 2001 mal einen Kayakkurs auf dem Fühlingersee in Köln. Zählt das? Kann ich die gelernte Technik 14 Jahre (Hilfe!) später noch abrufen? Ich werde es versuchen und mich einfach ins kalte Wasser werfen müssen. Denn hier im Engadin sind nun wirklich alle Seen zugefroren. Ich könnte höchstens mal mit einem Kayak ins Hallenbad gehen und dort den Schwimmern die Laune verderben, um wenigstens mal ein bisschen wieder den Flow für das Paddeln zu bekommen. Ich werde mir das überlegen. Besorgte Freunde animieren mich ständig, dass ich doch absaufen würden, wenn ich die Eskimorolle nicht üben würde! Soweit denke ich gar nicht. Ich habe ehrlich gesagt keine große Lust, in das eiskalte Wasser eines irländischen Fjörds zu fallen. Immerhin schreibt der Veranstalter, dass wir mit der Flut paddeln werden. Das ist doch ein Licht am Ende des Tunnels. Handschuhe, die werde ich dieses Mal wirklich anziehen. Und zwar die Expeditionshandschuhe mit extra warmer Daunenfüllung. Vielleicht ziehe ich auch zwei Paar übereinander und dann am besten noch Müllsäcke als wasserfeste Schicht. Ob man so noch paddeln kann? Wie lustig sieht das wohl aus, wenn ich mich expeditionsbekleidet mit Kayak ins Hallenbad schleiche und dort dann die Eskimorolle übe. Also, zusammengefasst: das Kayakfahren wird schon irgendwie klappen.
Jetzt noch zur letzten Disziplin: Strassenrennrad oder Roadbike oder Strassenvelo! Ich habe noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen! Ich bin noch nie in meinem Leben mit einem Strassenrennrad durch die Gegend geheizt und ich habe überhaupt keine Ahnung, wie man auf solchen dünnen Reifen die Balance halten kann. Vor 3 Wochen habe ich angefangen, im Parc Serlas auf dem indoor-Ergometer zu trainieren. Nach 20 Minuten habe ich den ersten Panikanfall bekommen. Da hatte ich gerade mal 10km abgespult. Zu diesem Zeitpunkt war es für mich nicht vorstellbar, 20km zu fahren und der Gedanke an 96km war soweit weg wie der Nordpol. Beim zweiten Training schaffte ich in einer Stunde 30km mit einer Wattleistung von 140 und 100 Umdrehungen pro Minute. All diese Parameter spuckt so ein Ergometer aus. Dieses überdimensionale Display ist einfach gnadenlos und es ist schwer, nicht die ganze Zeit darauf zu starren. Weitere Nachteile: ich bin indoor und habe weder Fahrtwind noch sonstige natürliche Gegebenheiten. Monoton sitze ich da auf diesem breiten Gesundheitssattel, der mit der Zeit doch anfängt zu schmerzen. Ich muss mich benehmen und darf keinen "Sportlerschnauz" machen, wenn die Nase läuft. Die Taschentücher sind natürlich in der Tasche im Umkleideraum. Somit trete ich mit schniefender Nase weiter in die Pedale. Schweiss: Ich schwitze unglaublich, als ob ich in einer Finnischen Sauna hocken würde. Woran liegt denn das? Ist das Angstschweiss? Es gibt aber auch einige Vorteile, wenn man indoor trainiert: die oberen Atemwege haben es immer schön warm und die Bronchien können sich entspannen. Zwischendurch kann ich auch einfach mal die Augen schließen und den Kopf auf das Display legen. Powernapping während die Beine einfach weitermachen. Zudem kann ich auf dem ipad im Internet surfen und mir tolle Videos anschauen oder einfach telefonieren. Und wenn der Akku leer ist, stecke ich einfach alles in die Steckdose, die in greifbarer Nähe ist. Und so spule ich die Kilometer ab und bin mittlerweile bei 45km pro Trainingseinheit angekommen.
Ich glaube, THE RACE ist eine tolle neue Herausforderung und lässt mich auch endlich mal alternativ trainieren und andere Muskelgruppen beanspruchen. Ich bin gespannt, wie es dann tatsächlich wird, da oben in Nordirland mit Regen, Schnee, Wind und Dunkelheit. Dann werde ich mich zurücksehnen auf mein indoor-Ergometer mit Steckdose in Reichweite.
www.therace.ie 

Mein Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=VLDUiuFTjKU