Anne-Marie Flammersfeld

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Freitag, 19. September 2014

Post Race: what to do!

The time after a race is as interesting and important as the time before and during the race. I guess that a lot of processes are running in the background of the system to get the organism re-organized. You start daily life again but the body still suffers from the huge effort of the last race. When you start running too early I guess that you will get the answer as soon as possible. When you hang around and do nothing is also not good for the body and the system because both are used to be active. What to do?
Start with little runs for 5 km in a very slow pace and just think about to help the system to work out all the acids and stiffness. Maybe some Aquajogging is also good when you like to be in the pool. Healthy food and a lot of water helps as well. As sooner you start with that procedure as better it could be.
After the Zugspitz Ultra in June I did not any of this and got a bad cold and heavy legs for the next 2-3 weeks.
After the Transylvania Race I ate healthy (ok, I drank some Romania Schnaps...) and tried to recover in a better way what was actually really good. What`s really a strange thing is that I dream a lot about the Race. Also 2 weeks after! Sometimes I dream about that I`m still in the race and ask myself why I´m sleeping although I have to run! Funny dreams but they let me not sleep quiet well. I realize that my mind is working a lot and that the thoughts are still process the last race.
I spent some days in France hanging around at the beach and just doing nothing with the exception of some nice 5k runs and some Yoga. But hanging around on the sofa could be more dangerous than running through a black forest by night with bears and Dracula all around you: I just hit my little toe on the edge of the sofa and yes, what can I say: I broke my little toe! I can`t believe it! Maybe my body wants to talk to me and say: "Just sit still and don`t move anymore I need time to recover!" What to do? Running with a broken toe is really painfull. And doing yoga as well. Walking to the beach is more or less impossible but I did it and just fall down on my towel and slept. Is it that what to do after a race? Maybe! Good luck with your recovery!


Montag, 8. September 2014

Transylvania Trail Traverse: wolves, bears and Dracula! English and German report!

There is an English version at the end!

Anne-Marie`s Short film "An Idea": 
http://vimeo.com/99027511
 
Es ist nicht leicht, die vielen Eindrücke vom Transylvania Trail Travese in Worte zu fassen:
Auf der 106 Kilometer langen Strecke ist so einiges passiert.
Die 8500 vertikalen Höhenmeter waren zäher als gedacht und bis Kilometer 45 kreisten meine Gedanken nur darum, aufzuhören, zu schlafen und nach Hause zu fahren. Das war eine ziemlich neue Erfahrung. Mein Kopf war nicht frisch, nicht parat, energielos und mutlos. Ich hörte immer nur Sätze, die mit Aufgeben und Aufhören zusammenhingen. Mit diesem Ballast im Rücken wurde jede Steigung sehr anstrengend. Doch ich habe einmal mehr durchgehalten und meine Gedanken zähmen können.
Freitag Früh um 06:00 Uhr fällt der Startschuss für 55 mutige Läuferinnen und Läufer für die Ultra Distanz. Wir rennen auf einer Skipiste mit gemütlicher Steigung. Meine Gedanken sind frisch, ich finde mein Tempo und laufe vorne mit. Einige andere fangen bereits jetzt an zu walken. Ich lasse mich nicht beirren und laufe in meinem Tempo weiter. Da es noch dunkel ist, leuchtet mir die Stirnlampe den Weg auf dem mittlerweile gerölligen Untergrund. Nach den ersten 5 Kilometer verlassen wir die breite Piste und der Weg verschwindet in einen kaum erkennbaren Pfad durch Gestrüpp, Unterholz und sonstigen Pflanzen. Die zahlreichen Brennesseln und stacheligen Pflanzen bohren sich in meine Beine und Arme und lösen ein fieses Stechen aus. Jetzt ja nicht zu viel darüber nachdenken, denn der weitere Weg sieht nicht danach aus, als ob sich das schnell ändern würde. Es ist mittlerweile so steil, dass ich mich mit beiden Händen an Gras,- oder Brennesselbüschen hochziehen muss. Zahlreiche Bachquerungen führen zu nassen Füssen. Die ersten 700 Höhenmeter sind geschafft, es geht weiter auf die nächsten 1000. Diese führen nun über offene Felder und Wiesen. Damit es nicht langweilig wird, müssen wir steile Felsen mit Seilen klettern und uns über Graskanten raufschwingen. Der Anstieg ist zäh, der Wind peitscht mit leichtem Regen und meine Gedanken fangen an zu kreisen. Mein Geist ist müde und ich denke zum allerersten Mal in einem Wettkampf daran, aufzugeben. Nicht, weil meine Beine nicht mehr wollen. Der Kopf ist müde und die Augen schwer. Das Training der letzten Wochen und die 24 Stunden Wanderung steckt vielleicht noch in den Knochen; oder vielleicht ist es auch etwas anderes. Es quälte mich auf alle Fälle. Auf dem Gipfelgrat des Mt. Omu (2550m) haut mich ein orkanartiger Sturm fast aus den Turnschuhen. Mit Müh und Not ereiche ich den nächsten Checkpunkt. Auf dem folgenden Abstieg rolle ich einfach nur die Falllinie runter und hole Jo und Andrei und einen anderen rumänischen Läufer ein, der als Local den Weg ziemlich gut kennt und uns durch die finsteren Wälder lotst.  Andrei rennt voraus und wir hören plötzlich lautes Rufen und Pfiffe aus der Notfalltröte. Ich denke, dass er sich vielleicht verletzt hat. Als wir ihn einholen ist er immer noch ganz blass im Gesicht: die Begegnug mit einem Bären ist ihm nicht ganz so gut bekommen. Wir rennen weiter und schon bald kommt der nächste Anstieg: es geht von der Südseite auf den Mt. Omu. Wieder 1700hm im 4x4 Gang. Ich mühe mich ab und Jo ist immer ein paar Schritt voraus. Mir ist es egal, ob ich sie einhole oder nicht. Ich kämpfe gegen die innere Stimme an, die immer noch negativ ist. Am Gipfelgrat wieder das gleiche Spiel: Orkanartiger Wind, eiskalt, nur schnell rein in die Hütte zum nächsten Checkpunkt. Dann auf der anderen Seite runter. Immer den Wegweisern folgend. Normalerweise ist der Abstieg meine Lieblingsdisziplin. Doch es will sich einfach kein Flowgefühl einstellen und somit wird der zweite Abstieg zur zähen Geduldsprobe. Beim nächsten Checkpunkt bekommen die herzlichen Helfer nur noch ein Brummen von mir zu hören. Ich registriere wie in Trance die nächste Wegbeschreibung und laufe in den nächsten Wald. Jo taucht plötzlich hinter mir auf. Sie hatte sich verlaufen. Gemeinsam schlängeln wir uns durch das Unterholz bis wir in einen engen Canyon kommen: die "Cave Challenge" beginnt: wir kraxeln, hüpfen, springen, klettern und balancieren über rutschige Felsen und Flussbetten in der Hoffnung, dass es hinter dem nächsten Felsen besser wird. Meine Krise erreicht den Höhepunkt, als ich auf einem dieser zahlreichen glitschigen Steine ausrutsche und ungebremst auf Hand, Ellbogen und Schienbein falle. Zumindest sind das die drei Punkte, die mir einen ziemlichen Schmerz bereiten. Wie ich mit einem einzigen Sturz diese drei Stellen erwischt habe, ist mir rätselhaft. Dieser Sturz löst eine Welle der Schimpfwörter in allen Sprachen, die ich beherrsche aus, und der Knoten der Krise ist etwas geplatzt. Der Weg wird wieder besser und wir können ins leichte Jogging übergehen. Ein weites offenes Feld erstreckt sich vor uns, doch leider fehlen die Markierungen. Jo und ich laufen umher und finden nichts. Ein großer Umweg von ca. 8km später und wir sind wieder auf dem richtigen Weg. Wir sind total alleine unterwegs und weder vor uns noch hinter uns sind Läufer zu erkennen. Zum ersten Mal realisiere ich, dass ich zusammen mit der Engländerin Jo das Rennen anführe. Ich schöpfe wieder etwas mehr mentale Kraft und lasse es rollen. Jo und ich beschließen, das Rennen gemeinsam weiterzuführen und es dann auch gemeinsam vor den Männern zu gewinnen. Es ist zwar ein Wettkampf mit Platzierung, aber bei einer solchen Distanz kann einfach viel passieren. Und die Vorstellung, alleine in der Nacht den Weg zu verlieren, bereitet uns beiden kein Wohlempfinden. Nach 10 Stunden haben wir die Hälfte der Strecke geschafft und passieren den Start,- und Zielbereich. Frisch gestärkt machen wir uns an den dritten langen Aufstieg. Endlich ist auch die Krise vorbei und ich schaffe es, mich die 1700hm in einem kontinuierlichen Tempo raufzuschrauben. Ich bin überrascht, dass meine Beine immer besser laufen, obwohl ich schon so lange unterwegs bin. In der Dämmerung erreichen wir zum dritten Mal den Mt. Omu und werden von den Helfern schon als Siegerinnen gefeiert. Die Dunkeleheit holt uns ein und zugleich bläst ein starker kalter Wind. Immer wieder halten wir an und suchen die nächste Wegmarkierung. Es wird zum Geduldsspiel. Zudem tauchen immer wieder Schafshunde auf, denen es wohl langweilig ist, da sie uns kilomerweit verfolgen und uns bellend Angst einjagen wollen. Ich bin schon ganz heiser vom vielen Schreien und Rufen "heijjjjaa, heeiiija, stay there, don´t move....". Es wirkt mal besser mal schlechter. Wir laufen weiter und erreichen über ein weites Feld den nächsten Checkpunkt. Nun geht es weiter in einem stockfinsteren Wald und ich bin froh, dass ich da nicht alleine durch muss. Ein lautes Brummen und Schnaufen holt uns plötzlich zurück in die Gegenwart und wir realisieren, dass ein Bär ganz nah sein muss. Lautes Rufen und ein Turbosprint und die Geräusche sind wieder weg. Ich muss mich echt beherrschen, dass mir mein Verstand keine Tricks in der Dunkelheit vorspielt. Ich sehe nämlich in jedem Baumstamm und Wurzel irgendwelche Gespenster. Jo geht es ähnlich. Da haben sich ja zwei Ladies gefunden... Wir verlaufen uns unzählige Male und müssen immer wieder die Karte samt Kompass rauskramen. Das kostet wertvolle Zeit. Wir landen beim nächsten Abbiegen in einem steilen trockenen Flussbett, welches an einem steilen Cliff endet. Von oben ruft uns plötzlich eine Stimme entgegen "Are you following the blue track?" Hä? Wer ist denn das jetzt? Durch unser ständiges Verlaufen holt uns die Schwedin Laila nach ca. 70 km ein. Fortan laufen wir in einer Dreiergruppe. Drei Damen als Gesamtführende. Ein leichte Paranoia breitet sich in mir aus, dass uns vielleicht noch weitere Athleten dicht auf den Fersen sind. Fortan bin  ich damit beschäftigt, mich immer wieder umzudrehen, um zu schauen, ob ich weitere Stirnlampe in der Dunkelheit entdecke. Die letzten 20km führen durch dicht bewachsene Singeltrails und anstatt dass es endlich auf den letzten Anstieg geht, führt der Weg in leichten Wellen immer wieder rauf und runter. Ich drehe fast durch und schaue immer wieder auf den Höhenmesser. Endlich erreichen wir den letzten Checkpunkt. Es ist mittlerweile 6 Uhr morgens. Die Helfer haben für uns Teller mit Essen präpariert (Banane, Apfel, Riegel, Chips, Käse und Trockenfrüchte) und fordern uns auf, diesen komplett aufzuessen! Ich entgegne etwas zu ernst: "are you crazy? How can I eat all this food now?!" Zu diesem Zeitpunkt bin ich jenseits von Gut und Böse und kurz davor mich in Dracula zu verwandeln. Endlich geht es auf den Aufstieg und wir erreichen eine völlig neue Landschaft mit einer großen Schafsherde. Die 10 Schafshunde begrüssen uns mit lautem und aggressiven Gebell, doch das ist mir mittlerweile völlig egal. Wir queren das Tal und auf der anderen Seite geht es nochmals 300hm rauf. Endlich. Endlich, endlich endlich haben wir den letzten Anstieg erreicht und fortan heißt es nur noch: Diretissima runter! Ich nehme soviel speed auf wie es nur geht und sehe mich schon mit gebrochenen Beinen im Spital. Ich will nur noch ins Ziel. Lailia und Jo folgen mir und somit erreichen wir nach 25 Stunden und 55 Minuten um 7 Uhr 55 die Skipiste mit Zielgelände. Mit einem lauten Gebrüll rütteln wir alle wach und sprinten mit großen Hüpfern (ich) ins Ziel. Völlig glücklich. Völlig müde. Völlig befreit. Völlig fertig. Erst drei Stunden später soll der erste Mann (Andrei) im Ziel eintreffen. Nur 14 Teilnehmer erreichen überhaupt das Ziel. Jo, Lailia und ich sind die einzigen Frauen, die es geschafft haben. Und gewinnen das Gesamtklassement!
Das ist Abenteuer pur!
Ich möchte mich ganz herzlich bei meinem Ausrüster UVU Racing bedanken. Es ist wirklich immer nur You versus You (Du gegen Dich) und es ist der innere Kampf mit sich selbst, ob man weitergeht oder stehenbleibt. Zudem war das Equipmet einfach spitze.
Compressport und Soglio für eine gute Regeneration und Julbo für den Durchblick. Und der nächste Check bei allcare wird zeigen, wie fit ich bin.

For my English friends! 



Transylvania Trail Traverse: Wolves, Bears and Dracula

It`s not easy to find the right words for that race. It was rough, hard, even extremer than I expected. Running besides bears, barking shepherd dogs and wolves it`s very challenging. The mountains of the Bucegi region are very beautiful and the home of Dracula is a very special place. I haven`t seen him. Maybe he was around in those very dark forests. Glad my mind was doing other things for example counting the altitude and thinking about to give up. I have had never ever such thoughts in race before. On the first 45 kilometers I was just thinking about sleeping, going home and stopping the race right now. My mind was not fresh (maybe because of the 24 hours hiking tour one week before or from other reasons). With all these Up`s and Down`s in my mind and with all these Up`s and Down`s on the track I can say it was really a great race.

At 6 a.m. 55 runners start on a long and moderate ski slope. I get into my rhythm very soon and can follow the first runners. After the first kilometers the track turns into a deep, dark and narrow forest. But it is not a forest! It is a jungle with small river beds, spiny and prickly plants and some other undefined trees. I jump over riverbeds, into riverbeds and grab big bushes of nettle to pull myself up on the next trail. After the first 700 meters of altitude I get out of the jungle right into a slippery forest with a lot of roots and lose rocks. The ascent continues for the next 1000 meters with trails on an open field. Rain, strong winds and a mind full of negative thoughts are against me. I start on thinking to give up just after the next check point. I`m so tired and unmotivated. I think maybe this race will be my first DNF (did not finish). I torture myself up on that steep grassy hill until I reach the top of Mt. Omu on 2550 meters. The wind comes from all sides and is so strong that I think I will fly away. At the checkpoint the marshal shows me the way downhill: “You can follow the trails or you can just go straight down. But option two is very difficult.” As you know me I do not hear the options I just run down in the falling line because this is what I love! Soon I get back to the other two runners in front of me: Jo from the UK and Andrei from Romania. We speed up a bit and Andrei is running in front. I can`t see him anymore. But suddenly I can hear him whistling and shouting. I think he might be injured but when I get to him I can still see his pale face: “Bears! There was a bear just in front of me!” Yes. Ok. I`m glad that the organizer of the event were not telling wrong things. Jo, Andrei and I are following the next ascent to get to the top of Mt. Omu for the second time. A long and steep ascent on grass hills: sometimes so steep that I have to go on four feet.  My mind is still not working for or with me and all these negative thoughts are hanging on my back and pulling me down. I finally reach the top again with strong brutal wind from every side. Normally I really like to run downhill but this time I don`t feel any flow. At the next check point, the warm helper only get a hum from me to hear. I`m somewhere else but not in that race. I continue the trail into the next forest. Suddenly Jo comes from behind me. She lost the way and we are running together until we get into a narrow canyon what means: Crawling on four feet, jumping, hopping, balancing and climbing to get further on the trails. I do not concentrate well. My crisis peaked, as I slip on one of these numerous slippery stones and I fall on my hand, elbow and shin. The pain is all over and I start to shout out bad words in every language I know. That helps me and the crisis of my life is gone. Jo and I continue in a good pace until we reach an open wide field with no markings. We run around like chicken without head for maybe one hour until we find the next sign. We are totally alone. No one is in the front and no one is in the back. We are leading the race and that gives me new energy. We decide to continue the race together what is actually a good decision because we will get lost in the darkness again twice. After halfway the next ascent is just in front of us: from the start line up on Mt. Omu for the third time. After running, hiking, climbing for 10 hours I can feel that I get stronger with every meter of altitude. We make it to the top in less than three hours and get welcome again with a strong and brutal cold wind. At 8 p.m. we have to switch on the headlamp and the mind has to change into “intuitive running”.  I wonder all the time how my feet can find the right way when I don`t see much. I guess it`s the result of a long training process and trusting into my body. Again and again we stop and have to look out for the right way. Angry shepherd dogs are barking and following us. Maybe they like to annoy us and maybe for them it`s a funny game to shock hikers and runners. The next challenge is the following dark forest. Ok, by night everything is dark. But that forest was as dark as black color. As I know that this kind of situations I don`t like because I always think someone is behind me and is touching my shoulder sooner or later I was happy that Jo was with me. We flit through the forest looking around for the right trails and hear strange noises from time to time. Suddenly Jo starts screaming and shouting. I wonder because I havn`t heard anything until my ears recognize that sound of a puffing bear. We start walking a bit faster and start talking to the bears we can`t see but which are around us.  That is actually a really scary feeling. In the darkness my mind is playing tricks to me and in every root or tree I see some ghost. Jo feels and sees the same. Brilliant! Two ladies with a kind of paranoia are alone in a dark forest running since 18 hours. We follow again the wrong trail and end up at a very steep cliff. Suddenly a voice is shouting at us: “Are you following the blue track?” I`m out of anything and scream back: “Yes!” (I`m really sorry!). Laila from Sweden is coming down the wrong trail and together we stand in that dry riverbed complaining about bad markings! But is it as it is and together we start to continue for the last 20 km. Now we are three Ladies leading the race! Until the last checkpoint I get several crisis because the trails are going uphill and downhill like waves and I`m looking out for the last ascent all the time. These thoughts are killing me and I can`t control them. Finally we reach the checkpoint with a warm welcoming of the volunteers. They give us plates with a lot of different food to eat with the advise to eat it all now. I look at them and say: “I can`t eat one banana, an apple, cheese, crisps, bars and dried fruits now!” And they looked at me as I would have said something really bad! After running 24 hours my stomach and my mind are not able to digest that big amount of food. They understand it. Maybe. We continue to the last ascent through bushes on small single trails. We have to cross a beautiful valley up on 2100 meters with hundreds of sheep! And sheep means also dogs. We handle the 10 dogs in a professional way and get up on the last summit in the right moment of sunrise! What a great moment. The last descent of 1200 meters is steep and not so easy to run. I lead the group and my pace gets faster and faster. Finally we run as fast as 100 of bears and dogs and Dracula himself are behind us and I see myself with broken bones in a hospital. We do the 1200 meters in less than 30 minutes and reach the final ski slope after 25 hours and 55 minutes. Everyone is welcoming us and is happy to see us! I`m happy. I´m free. I`m tired. I`m thankful.
It`s only and always You versus You. Thanks to everyone!
 







Freitag, 22. August 2014

Neue Trails, neue Abenteuer, neue Länder

Anne-Marie`s Kurzfilm "An Idea": 
http://vimeo.com/99027511

Es geht weiter, das nächste Abenteuer geht in zwei Wochen los:
Transylvania Race in Rumänien. Ich werde mich auf die Spuren von Dracula begeben und 100 Kilometer durch die tiefsten Wälder und auf die höchsten Berge Rumäniens laufen. Der Zugspitz Ultra war mit 100 Km und 5400 hm im Aufstieg der Test, ob ich in der Lage bin, diese Distanzen zu laufen. Da es beim ZUT ja sehr gut gelaufen ist, habe ich mich nun für die nächste Stufe angemeldet: 100km und 8200 hm im Aufstieg. Das tönt nach ziemlich viel Schweiss, Anstrengung, Zweifeln- aber auch nach neuen Wegen, Trails, Bergen, Landschaften, neuen Grenzen und neuen Gefühlen.
Die Regeneration nach dem ZUT und dem Bottom Up Iran hat doch etwas länger gedauert, als ich dachte. Vielleicht liegt es daran, dass der Organismus in der alpinen Höhe, auf der ich permanent lebe, einfach länger braucht, um alles wieder zu flicken. Eine Erkältung (ZUT) und ein Darmvirus (Iran) haben mich dann zu langsameren Einheiten und viel Sauna und Dampfbad eingeladen und ich habe diese Phase auch genutzt. Erst als ich wieder genug Kraft und Energie verspürte, machte ich mich wieder auf längere und höhere Einheiten. Die ersten zwei Wochen war ein Krampf, doch dann merkte ich richtig, wie sich das Niveau wieder um eine Stufe angehoben hatte und ich plötzlich mit einer neuen Kraft die Berge hoch,- und runterrennen konnte.
Ich glaube, im Organismus laufen so viele unbewusste Prozesse der Regeneration und Heilung ab, die wir bewusst nicht mitbekommen und auch nicht steuern können. Wenn man dann wieder zu früh mit einem harten Training anfängt, wirkt sich das meistens negativ aus und Stressfrakturen oder ähnliche Verletzungen haben leichtes Spiel. Aber es ist auch sehr schwer, diesen Zeitpunkt abzupassen. Der Kopf will ja meistens schon wieder viel früher loslaufen, als dass der Körper schon wieder alles aufgebaut hat. Eine clevere und einfach Diagnostik wäre hierfür sicherlich die Herzfrequenzvariabilität (http://www.hrv24.de/index.htm), aber muss man aber täglich zu festeglegten Zeiten die HF messen und das kann auch schon wieder nervig werden ....
Also, lieber leichte Sportarten als Alternative wählen und auf den Körper hören: wenn man sich quält und einfach nicht im Flow ist, dann lieber einen Gang zurückschalten, entspannen und abwarten, wie man sich am nächsten oder übernächsten Tag fühlt.

Transylvania Race:
Start: 5. September um 6:00 Uhr 
http://www.lostworldsracing.com/transylvania-trail-traverse/

Die weiteren Races für 2015 sind auch schon in der Planung....
März 2015: THE RACE http://www.therace.ie/
Mai 2015: Trans Atlas Marathon http://transatlasmarathon.com/
Juli 2015: Bottom Up Africa Kilimanjaro ruft!

Presseecho:
26. September 2014: NDR Talkshow
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/NDR-Talk-Show,sendung285182.html

Hier noch eine kleine Auswahl aktueller Bilder, die von Christoph Gramann  @ Morteratsch Gletscher aufgenommen wurden! 






Donnerstag, 24. Juli 2014

Bottom Up Iran - Mit Glück und Schwefel vom Kaspischen Meer auf den Mount Damavand

Was für ein Abenteuer! Was für eine fremde Kultur! Welch freundliche Menschen! Und wie dünn die Luft doch auf 5671 Metern ist! Ich bin gesund und voller neuer Eindrücke wieder zurück vom Bottom Up Iran und kann nur sagen: der Iran ist ein sehr schönes Land zum Reisen. Aber was noch viel interessanter ist: ich habe noch nie zuvor eine solche kompromisslose Gastfreundschaft erlebt! Unsere neuen Freunde vom Damavand Alpine Club haben vor Ort alles für uns organisiert: Bikes, Übernachtung, Essen und zum Schluss noch Sightseeing in Teheran. Somit konnten wir unser Projekt problemlos starten und bis zum Ende durchführen.
Alessio und Beppe waren von Milano in den Flieger gestiegen und wir trafen uns in Istanbul, um gemeinsam weiter zu fliegen. Kurz bevor der Flieger iranischen Boden berührte, machten sich die Frauen daran, Kopftuch und eine weite Tunika über Kopf und Körper zu stülpen. Kopftuch und ich wussten von Beginn an, dass wir keine Freunde werden sollten, aber wir arrangierten uns. Es war ein komisches Gefühl, diese Art "Uniform" zu tragen. Die Einreise verlief problemlos und schon bald erblickten wir unsere neuen Freunden Mahsa und Majid mit einem grossen Schild " Bottom Up Climbs"! Die Begrüssung war sehr herzlich und erfrischend. Draussen vor dem Airport erwartete uns dann der Rest der Gruppe: Ahmad und Alirezah samt 2 Autos voll bis oben gefüllt mit Bikes, Campingequipment und anderen wichtigen Dingen!
Unser Weg führte uns gefühlte 6 Stunden über Bergpässe und Autobahnen mit Zwischenstopp zum Frühstück an einem schönen Fluss inmitten eines grossen Klettergebiets, bis zum Kaspischen Meer nach Charal in Ahmad's Ferienhaus. Mit Wassermelone und Keksen wurden wir verpflegt und konnten unsere Gedanken für einen kurzen Moment sortieren. Bei ca 35 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit gar nicht so einfach. Ich brütete unter meinem Kopftuch wie ein Backofen. Erst der erlösende Satz von Mahsa, im privaten Haushalt könnte ich das Kopftuch auch abziehen, liess mich befreit aufatmen. Um sicher zu gehen, fragte ich, ob ich mit dem Nicht-Tragen des Kopftuchs irgendwelche religiösen Gefühle verletzten würde. Daraufhin lachten alle und meinten, dass das Tragen des Kopftuchs in der Öffentlichkeit in erster Linie eine Anordnung des Staates sei. Also runter mit dem Tuch! Im weiteren Verlauf des Tages verursachten wir ein riesen Chaos auf der Terrasse, da wir unser gesamtes Material sortierten und die Bikes für die kommenden Tage startklar machten. Gegen frühen Abend gab's die erste Stärkung mit Chicken-Kebap vom eigenen Grill, dazu Lavash (dünnes Brot), Tomaten und ein Yoghurtgetränk! Alle sassen auf dem Boden und es herrschte eine freundliche Stimmung. Wir drei Bottom Up Climbers waren allerdings so müde von der Reise, dass uns fast die Augen zugefallen wären!

1. Etappe: Samstag, 12. Juli 2014: Mahmud Abad - Bajyang: 85 Km Bike
Um 4 Uhr war bereits Tagwache und Abfahrt um 7:00 Uhr! Was wir in drei Stunden gemacht haben? Die Autos beladen, das Haus abgeschlossen und diskutiert. Keine Ahnung was so lange gedauert hat, aber an Verzögerungen sollten wir uns noch gewöhnen! Nach gut einer Stunde Fahrt samt Frühstückstopp an einem Picknickplatz im Nirgendwo, kamen wir endlich am Startpunkt in Mahmud Abad am Kaspischen Meer an. Die Sonne brannte und der Schweiß rann beim blossen Nichtstun am Körper runter. Nach einem Fotostudio-ähnlichen Fotoshooting (auch daran sollten wir uns noch gewöhnen!!) in diversen Posen, konnten wir endlich in die Pedale treten und unser Projekt starten! Mit einem breiten Grinsen im Gesicht bretterten wir los und fühlten uns frei wie Vögel! Meine Vorstellung der Strassenverhältnisse deckte sich nicht ganz mit der Realität: wir fuhren auf einer breiten Hauptstrasse mit viel Verkehr, welcher eine Menge Abgase verursachte! Wo war ich denn hier gelandet?! Oder besser gesagt: was hatte ich erwartet?! Und diese Strasse war so lang und so flach und so heiss, dass ich nicht daran denken wollte, den ganzen lieben langen Tag dort zu verbringen!
Zu unserer Gruppe zählten fortan Mahsa, Ahmad und Mehmed, zudem Alirezah und Majid, die mit zwei Autos als Begleitung und Support dabei waren. Das Tempo wechselte zwischen schnell und langsam und pendelte sich dann bei ca 10 km/h ein! Was für ein Schneckentempo! Wir dachten eigentlich daran, zwischen 20-25 km/h fahren zu können! Doch schnell wurde uns klar, dass wir mit einer grossen Gruppe unterwegs waren und die einfach andere Regeln hat. Wir übten uns fortan in " Zen- Mediation" und freuten uns einfach über diese tolle Möglichkeit, das Bottom Up im Iran durchführen zu können! Kleinere Stopps mit Zwischenverpflegung durch unser Supportteam erleichterten die strapaziöse Fahrt bei dschungelartiger Hitze! Ich hatte das Gefühl, die Reifen würden durch die Hitze auf dem Asphalt schmelzen!
Als ich gerade in eine Art Flowzustand gekommen war ( ich sage absichtlich "Art" Flowzustand, da in diesem Fall die Dauer der Belastung nicht zu einem Flow führte, da die Intensität zu gering war! ) stoppte die Gruppe! Alirezah verteilte Stirnlampe, blinkende Rücklichter und Warnwesten! Fragezeichen machten sich auf unserem Gesicht breit! " Tunnel! Long and dark tunnel ahead"! Aha, eine Tunnelfahrt mit sechs Leuten als Kolonne! Was war daran so gefährlich?! Die Frage erübrigte sich, nachdem wir in die ersten Meter des Tunnels gefahren waren: lang, stockfinster, enge Straße, Gegenverkehr und ein Gestank wie in einer Flugzeugturbine. Da wir in einer Gruppe bleiben sollten, war das Tempo sehr langsam. Ich dachte kurzzeitig, dass ich die Balance aufgrund fehlender Geschwindigkeit verlieren würde! Als uns dann die ersten Trucks laut hupend überholten und dabei Lärm wie ein Güterzug verursachten, wurde mir doch ganz anders zumute! Mit voller Konzentration fixierte ich den Vorderfahrer immer auf Unebenheiten oder andere unerwartete Gegenstände auf der Fahrbahn gefasst. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir endlich das Licht am Ende des Tunnels! Der Stress stand uns ins Gesicht geschrieben. Unsere Hoffnung, dass das vielleicht der einzige Tunnel gewesen sei, wurde schnell zerschlagen. Ab Nummer sieben habe ich aufgehört zu zählen. Und mit der Zeit gewöhnten wir uns auch an die kurzzeitige Smogvergiftung.
Die Kilometerangaben, die uns mitgeteilt wurden, stimmten nicht immer so ganz und ließen uns gerade auf den letzten 10 Kilometern etwas verzweifeln. Als wir dann endlich das Etappenziel Bayjang erreichten, waren wir doch vor, vom Bike absteigen zu können. An einem idyllisch gelegenen Camping mit Mineralquellenpool verbrachten wir die erste Nacht im Freien. Doch vorher noch einen Sprung den in Pool gefüllt mit Mineralwasser aus den Felsen! Welch Erfrischung! Männer und Frauen badeten selbstverständlich getrennt! Wir genossen es, uns auszuruhen und labten uns an einem feinen Dinner bestehend aus Reis und Kebab! Relativ zeitnah schlummerten wir dann auch schon im Zelt, da wir vom Tag doch ziemlich müde waren.
2. Etappe: 13. Juli 2014: Bayjang bis nach Polour/ Federation auf 2200m. Bike 45km
Nach einem guten Frühstück ging dann die Packerei wieder von vorne los: alles musste zurück in die Autos gebracht werden, was wiederum viel Zeit in Anspruch nahm. Währenddessen flickte Ahmad "Einstein" noch mein Hinterrad, in das ich mir anscheinend einen Platten gefahren hatte. In Nullkommanix war der Reifen wieder wie neu! Die zweite Bikeetappe erfuhr nach den ersten zwei fiesen Tunnels und einem kleinen Sturz von mir (ja , die Klickpedalen sind halt nicht jedermanns Sache...) einen Stopp in einem gigantischen Canyon! Nach einem 20-minütigen Fußmarsch erreichen wir schließlich ein in Stein gemeissteltes Wandgemälde mit Königen! Welch dramatischer Schauplatz für eine solche uralte Überlieferung.
Nach diesem kurzen Sightseeing traten wir kräftig in die Pedale, da wir Strecke gut machen wollten. Unser hohes Tempo hatte zur Folge, dass wir schon bald alle abgehängt hatten und für die folgenden 10km alleine unterwegs waren. Nach einer langgezogenen Steigung hielten wir im nächsten Dorf an und warteten dort ca. eine Stunde. In dieser Zeit wurden wir immer verrückter und Alessio und ich starteten ein Wettsingen mit dem Lied "Drei Chinesen mit dem Kontrabass": Ich auf Deutsch, Alessio auf Italienisch. Die Lachkrämpfe waren vorprogrammiert...
Nachdem die Gruppe dann wieder komplett war, ging es in einem anderen Modus weiter: um Mahsa weiterhin die Chance zu geben, das Projekt aus eigener Kraft schaffen zu können, beschlossen wir, ihr fortan beim radeln Unterstützung zu geben: wir schoben sie während der Fahrt von hinten an und wechselten uns der Reihe nach ab. Somit hatte jeder immer für einen kurzen Abschnitt die Aufgabe, mit einer Hand zu schieben. Die anderen schauten, dass die Strasse einigermassen frei war. Als ich in einem Tunnel an der Reihe war und kein Auto in Sichtweite war, schob ich Mahsa ein wenig zu kräftig von hinten an, verlor das Gelichgewicht, kam wieder nicht aus den Klickpedalen raus und stürzte auf sie. Zum Glück war auch in dieser Situation ein Schutzengel dabei und hielt für uns die Strasse frei... Einige blaue Flecken an Beinen und Armen zierten fortan meinen Körper... Der Tag schritt voran und für die 45km brauchten wir dann gute acht Stunden. Da sich Beppes Läuferknie auch wieder bemerkbar machte, überredeten wir die Gruppe, die Nacht auf 2200m in der Alpine Federation zu verbringen und nicht wie geplant, auf 3000m aufzusteigen. In Polur kauften wir dann den halben Tante Emma Laden leer und machten uns auf den Weg in die Alpine Club Federation. Ein großzügiges Steinhaus empfing uns mit warmen Duschen, Kochmöglichkeit und bequemen Betten. Wiederum galt es, die Autos komplett auszuräumen und das Equipment zu verstauen. Es blieb kaum eine Minute Zeit, mal durchzuatmen oder den Moment mit Ruhe genießen zu können. Schon wurde ich von Mahsa an die Hand genommen, um das Abendessen mit ihr vorzubereiten. Der Damavand thronte derweil mit einem leichten Wolkenkleid über uns. Müde und erschöpft sind wir dann vor Schlußpfiff des Endspiels der Fußball-WM ins Bett gefallen. Und ich träumte, dass Deutschland Weltmeister würde....

3. Etappe: 14. Juli 2014: Polour- Gossafarah (3000hm) ca. 20km und 1200hm. 
Am Morgen wurde mein Traum Wirklichkeit und Deutschland war tatsächlich durch ein 1:0 Weltmeister geworden! Ich jubelte das ganze Zimmer zusammen! Nach einem kurzen Frühstück ging es dann in einem anderen Modus weiter: Mahsa und ich sollten schon ca. 30 Minuten vor der Gruppe starten, damit alle in etwas im gleichen Tempo am Zwischenziel ankommen sollten. Ich beschloss zudem, das Bike gegen meine Laufschuhe einzutauschen und wollte Mahsa laufend begleiten. Für die ersten zwei Kilometer ging das auch noch gut, aber dann war das Tempo für mich einfach wieder so langsam, dass ich einfach weitergelaufen bin, ohne zu warten. Und diese neue Ruhe und Stille um mich herum hat mich ziemlich geerdet. Ich lief einfach ganz alleine auf der Bergpassstrasse, genoss die Aussicht und brachte meine Gedanken zur Ruhe. Am vereinbarten Treffpunkt wartete ich auf die anderen und wir stiegen fortan mit Wanderschuhen gemeinsam in Richtung Camp 1 auf 3000 Metern. Die Sonne brannte auch auf dieser Höhe noch ohne Gnade und der Schweiß lief uns nur so am Rücken runter. Eine weitere Diskussion kostete uns ziemlich viel Kraft, da wir die Gruppe überzeugen mussten, eine Nacht auf 3000 Metern zu verbringen. Die Iraner haben ein etwas anderes Verständnis von Akklimatisierung oder vielleicht sind sie einfach anders gebaut. Für uns war klar, dass wir unsere Körper nicht innerhalb von 24 Stunden 3000 Höhenmeter Differenz aussetzen konnten. Somit übernachteten wir auf dieser Höhe und machten tagsüber noch eine kleine Akklimatisierungswanderung um 500hm rauf und runter.

4. Etappe: 15. Juli 2014: Gossafarah-Bargah Sevom (4200hm), ca. 3km und 1200hm 
Früh starteten wir an diesem Morgen, um möglichst lange auf dem nächsten Camp zu akklimatisieren. Bereits um 6 Uhr kletterten wir Meter um Meter in die Höhe und erfreuten uns des schönen Wetters. Im Tal lag ein breites Nebelband und weiter oben bei uns schien die Sonne bereits kräftig. Zwischen 3700-3800 m spürten wir alle die Höhe mit leichtem Schwindel, welcher sich dann aber ab der nächsten Höhenstufe wieder aus dem Staub machte. Dieses Phänomen ist schon interessant und erstaunt mich immer wieder. Zwischen einer gewissen Höhe leide ich immer für eine gewisse Zeit und dann passt sich der Körper wieder an und alles ist wieder gut. Die Akklimatisierung auf 4200m verlief dann für mich nicht so toll, da sich nach einem weiteren Höhenauf,- und abstieg von 500hm Kopfschmerzen mit Unwohlsein bemerkbar machten. Die Nacht war dementsprechend unruhig. Jede Stunde wachte ich auf und fragte mich, ob ich wirklich den Gipfel schaffen kann.

5. Etappe: 16. Juli 2014: Bargah Sevom - Mt. Damavand Gipfel (5671hm), 4km und 1500hm
Um 4 Uhr setzte sich die Gruppe aus Alessio, Beppe, Alirezah, Mahsa, Ahmad, Majid1 und Majid2, sowie noch ein paar weiteren Bergsteigern und mir in Bewegung. Sobald ich die Bewegung im Körper spürte, kam auch die Energie und Zuversicht zurück und meine Beine spulten ihr bekannten Programm ab. Mein Kopf war bis ca. 5300hm noch wie betäubt und taute erst kurz vor dem Gipfel auf. Zudem war es klirrend kalt und ich verfluchte mich innerlich dafür, dass ich meine dicken Handschuhe wieder einmal daheim vergessen hatte. Schwefelwolken auf den letzten 200hm vor dem Gipfel erschwerten das Laufen. Aber Dank des Tipps von unseren einheimischen Freunden, eine Limette zu kauen und den Saft auf Lippen und Wangen zu verteilen, war die stinkende Schwefelattacke einigermassen zu ertragen. Und dann standen wir auch schon auf dem Gipfel. Ganz unspektakulär - ohne grosse Kletterei, ohne Steigeisen, ohne Seil und andere Hilfsmittel. Wir waren alle sehr überwältigt und unglaublich froh, es geschafft zu haben. Nach und nach trudelten die anderen ein und wir verweilten gut 30 Minuten dort oben, um einige viele Fotos zu machen.
Mir wurde es dann durch den Schwefel zu übel und wir sahen zu, dass wir schleunigst vom Gipfel, vom Schwefel und aus der Höhe raus kamen.
Im Abstieg schwärmten wir dann einfach nur noch von dem reibungslosen Verlauf unserer Reise und dass einfach alles gepasst hatte.
Man sollte in den Flow des Landes eintauchen, die Leute respektieren, aber an manchen Stellen auf die eigenen Bedürfnisse achten.
Unser Fazit: Der Iran ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Menschen sind mehr als freundlich und unglaublich hilfsbereit. Die Landschaft ist faszinierend und die Weite und Einsamkeit ist überwältigend.

Bottom Up Iran: Der erste von sieben Vulkanen ist geschafft. 2015 wartet der Kilimanjaro auf uns: auch in Tanzania werden wir vom tiefsten Punkt starten und den Vulkan mit Bike und Turnschuhen erobern!


















































Mittwoch, 9. Juli 2014

Bottom Up Mount Damavend

Das nächste Projekt startet:
Vom 10.7.-19.7. reise ich in den Iran, um dort das Bottom Up-Projekt in die zweite Runde zu schicken.
Im letzten Jahr bin ich ja bereits vom tiefsten auf den höchsten Punkt der Schweiz gerannt. Jetzt heißt es, vom tiefsten auf den höchsten Punkt des Irans zu laufen.
Der Mount Damavend misst eine Höhe von 5671 Metern und ist der höchste Vulkan Asiens.
Am Samstag, 12.7. starten Giuseppe, Alessio und ich mit dem Mountainbike am Kaspischen Meer, welches sogar 34 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Wir biken zwei Tage und legen cirka 120 Kilometer zurück. Dann geht es am Montag mit den Bergschuhen weiter auf eine Höhe von 4200 Metern. Dort werden wir ein oder zwei Tage verweilen, um uns ein bisschen an die Höhe zu gewöhnen. Am 4. oder 5. Tag ist dann der Aufstieg geplant ( Dienstag oder Mittwoch). Die Besteigung ist relativ einfach; jedoch ist die Höhe nicht zu unterschätzen. Wir werden bei unserem Projekt vom Iranischen Bergclub begleitet, welcher alles für uns organisiert hat! Somit wird es sicherlich auch ein interessanter kultureller Austausch werden.
Paulinchen, das Maskottchen der Paulchen Esperanza Stiftung, ist auch wieder mit dabei! Ich bin gespannt, wie es ihr gefällt! 

Seid LIVE mit dabei auf http://www.bottomupclimbs.org/bottom-up-iran/
Wir haben ein GPS Trackingsystem dabei, womit ihr uns folgen könnt!
Oder auch auf Facebook: https://www.facebook.com/BottomUpClimbs?fref=ts


Paulinchen ist ready!


Montag, 7. Juli 2014

AN IDEA

Endlich ist mein Kurzfilm fertig und online:


Ich danke an dieser Stelle Xaver Walser von subgraviti, der mit seinen Ideen den Film so speziell gemacht hat. Andrew King für seine Filmarbeit und Support aus Südafrika. Ich danke
- Evelyn und Heinz Julen vom Backstage in Zermatt für Zimmer mit Matterhornblick und Verpflegung 
- Ueli von der Capanna Basodino für Übernachtung und Verpflegung
- Herrn Ris vom Hotel Castello Seeschloss in Ascona für Übernachtung im Turmzimmer und Verpflegung
- UVU Racing für Support
- Plattner & Plattner für Support
- Hotel Castell Zuoz für die Location
- Elektro Pomatti für Elektro
- Figaro St. Moritz für Hair & Make Up

Ganz besonders Petra Hammelmann und Bertold Zink für die starke Unterstützung.

Viel Vergnügen!
 
AN IDEA


Montag, 23. Juni 2014

Sieg beim Zugspitz Ultra Trail: Das Feld von hinten aufgerollt!

Nach 100 Kilometern und 5400 Höhenmetern im Aufstieg durch die wunderschönen bayrischen und österreichischen Alpen sprinte ich als erste Frau mit einer Zeit von 13 Stunden und 53 Minuten über die Ziellinie. Jeglicher Schmerz ist vergessen und ich lege beim Zieleinlauf noch einen 1A-Handball-Sprungwurf hin! Die Euphorie steht mir ins Gesicht geschrieben und wird von meinen Laufkollegen vom UVU Racing - Team mit einer Bierdusche gebührend geehrt! Ich freue mich unglaublich und bin mehr als sprachlos. Denn der Sieg war bis 8 Kilometer vor dem Ziel überhaupt nicht klar. Aber der Reihe nach:

Die Nacht vor dem Wettkampf war schlaflos, unruhig und von Sorgen geprägt. Hatte ich genug trainiert, oder sogar zu viel? Meine Beine fühlten sich irgendwie so leer an und in meinem Kopf herrschte das absolute Chaos. 100 Kilometer, diese vielen Höhenmeter und einfach diese lange Zeit, die ich unterwegs sein würde. Ich beruhigte mich immer wieder mit dem Satz: "Es kommt wie es kommt und das Spiel ist erst fertig, wenn ich im Ziel bin." Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann auch schon los. Gemeinsam mit meinen Laufkollegen aus dem UVU Racing Team fuhren wir zum Startgelände. Da wir alle etwas spät dran waren, nutzen wir die Gelegenheit und kletterten über den Absperrzaun, so dass wir in der ersten Reihe standen. Die Zeit bis zum Startschuß verging im Flug. Die ersten 400 Meter trotteten wir alle hinter einer bayrischen Blaskapelle hinterher und dann ging es urplötzlich los. Der Start war rasant und das Tempo relativ schnell.

Zwei Frauen waren vor mir, was mich überhaupt nicht beunruhigte. Einen 100 Kilometer-Wettkampf gewinnt man nicht unbedingt auf den ersten Metern. Der Anfang war relativ flach, so dass ich einen guten Rhythmus fand. Bei den ersten steileren Anstiegen wechselte ich in den Speed-Hiking-Modus und schraubte mich Meter für Meter den Anstieg hoch. Zusammen mit meinem marokkanischen UVU - Teamkollegen Mohamed Ahansal (extrem guter Wüstenläufer und vielfacher Gewinner des Marathon des Sables. Zudem Veranstalter des Transatlas Marathon !) spulte ich die ersten 10-15 Kilometer zusammen ab. Mohamed hatte leider keinen guten Tag erwischt und lief seinem Rhythmus hinterher. Dafür motivierte er mich allerdings umso mehr und gab mir ein gutes Tempo voraus! Ich hörte immer wieder ein "Jallah Jallah" , was soviel heißt wie: schnell schnell! Für mich ging es dann in einem guten Tempo weiter. Mohamed entschied sich nach 40 Km auszusteigen.
Dem zweiten Anstieg gab ich den Beinamen "Dreigestirn", da es auf einer Höhe von 2000-2200 dreimal rauf und runter ging. Bergauf war es mühsam, bergab war ich in meinem Element. Meine Beine waren sehr stark und die Füße suchten sich mit einer gekonnten Geschmeidigkeit den Weg zwischen vielen kleinen und großen Steinen. Zum Glück hatte ich Stöcke dabei, so dass ich mich bei dem hohen Tempo gut abstützen konnte. Nach ca. 40 Kilometern konnte ich dann eine der beiden Frauen, die vor mir waren, überholen. Das gab mir große Motivation und neue Kraft. An der Verpflegungsstelle 5 hatte ich dann auch die erste Frau eingeholt, was mich dann doch sehr überraschte. Die Italienerin zählte zu den Favoritinnen und war auch extrem stark unterwegs. An den Verpflegungsstellen läuft es normalerweise immer recht hektisch ab. Alle wollen zeitgleich trinken und essen und herrscht ein reges Durcheinander. Helfende Hände aus dem eigenen Team sind da natürlich immer herzlich willkommen. Basti reichte mir Gels und Salzstangen und riss in der Eile meinen Trinkbecher in zwei Teile, wofür ich ihn herb anschnauzte, da ich wertvolle Zeit verlor. Im Nachhinein kann man über solche Szenen nur lachen, aber im Wettkampf ist alles immer irgendwie anders! Mit aufgefüllten Wasserflaschen ging es dann auf das gefürchtete 30 Kilometer lange relativ flache Stück. Zuerst über eine asphaltierte Straße und dann wieder rein in den Wald über eine Forststraße, die niemals enden wollte. Ich lief alleine und überholte nur hin und wieder Läufer aus einer anderen Kategorie. Diese Fortstraße verlangte alles von mir, da bei Kilometer 60 die Beine schon nicht mehr ganz so frisch sind und Schmerzen durch die Nerven jagen. Ich hab mir immer nur diesen Satz vorgesagt: "Schmerz ist eine Schwäche, die den Körper verlässt!" Oder so ähnlich. Auf alle Fälle hat es dazu geführt, dass ich innerlich nicht blockierte und alles im Fluss war. Auf dieser längsten Forststraße der Welt schmerzten meine Oberschenkel deutlich und jeder Rhythmuswechsel vom Gehen ins Laufen grenzte an einen Weltuntergang. Irgendwie habe ich mich durchgebissen und auch diese Krise überstanden. An der nächsten Verpflegungsstelle traf ich dann einen der Läufer, die ich immer mal wieder vor mir gesehen habe. Fortan rannten wir zusammen und als das Schild "20km to go" auftauchte, freute ich mich sehr. Nur noch 20 km, dann würde ich es geschafft haben. Im Kopf war ich entspannt und machte mir über eine mögliche Platzierung kaum Gedanken. Ich lief in meinem Tempo und sagte mir immer wieder, dass das das Maximum ist, was ich in diesem Moment laufen kann.
Zusammen mit meinem "Laufhasen" Carsten ging es dann in einem sehr flotten Tempo auf den letzten Anstieg: 1200 Höhenmeter rauf! Mit einem Energiekick in Form von Koffein (Winforce Booster!) schraubte ich mich durch einen dichten Nadelwald (oder war es Laub?) über Stock, Stein und Wurzeln immer weiter rauf. Die Italienerin konnte ich immer wieder sehen und dachte mir, dass es doch noch möglich sei, sie zu überholen. Aber ich lief weiterhin in meinem Tempo. Nach der Baumgrenze auf knapp 1600 hm kam ich endlich zur nächsten Verpflegungsstelle und füllte die Flaschen nochmals für die letzten 400m im Anstieg auf. Der Weg führte über Skipisten und großen Serpentinen stetig bergauf und erinnerte mich an meine vielen Trainingsläufe rauf auf Muottas Muragl. Ich war weiterhin kraftvoll in den Beinen und im Kopf unterwegs und es rollte. Das einzige, was mich beunruhigte war die Tatsache, dass ich die Italienerin nicht mehr sehen konnte. Es konnte doch nicht sein, dass sie so viel schneller war als ich und nach 92 Km noch so viel mehr Power hatte, dass ich sie überhaupt nicht mehr sehen konnte? Irgendetwas war da faul. Ich überlegte, ob sie vielleicht verletzt aufgeben musste oder ob ihr etwas anderes passiert sei, oder was auch immer. Diese Gedanken hielten mich allerdings nicht davon, das Tempo konstant am Limit zu halten. Und dann ging es auch schon bergab. Schnell noch einen zweiten Koffeinkick und dann mit höchster Konzentration 1200 Höhenmeter runter! Meine Beine waren noch erstaunlich frisch und die Schmerzen, die ich vorher spürte, waren weg. Das Adrenalin und die Vorfreude, dass es bald vorbei sein würde, peitschten mich die Singletrails runter und ich flog auf den letzten Kilometern frei vor mich hin. Der Wald wurde immer dichter und der Untergrund immer rutschiger, als ob jemand Schmierseife ausgeschüttet hätte. Ich rannte allerdings mit einer Sicherheit über jegliches Terrain, als wären mir unterwegs zusätzliche Beine gewachsen! Als ich das Schild "KM 3 to go" passierte, tauchte plötzlich Björn aus meinem UVU Racing Team auf. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht fragte er mich, ob ich wüßte, dass ich die Siegerin sein! Völlig verdattert meinte ich zu ihm, dass das nicht sein kann, da ich die Italienerin nie überholt hatte! In knappen Sätzen sagte er mir dann, dass sie disqualifiziert worden sei, da sie einen Streckenabschnitt nicht gelaufen ist. Und ich bräuchte mich auch nicht zu beeilen, da die zweite Frau über 1.5 Stunden hinter mir sei. Egal, ich nahm die Gämslibeine in die Hände und rannte in einem Affentempo in Richtung Ziel. Als ich die Lautsprecherdurchsagen hörte, konnte ich nicht mehr aufhören zu grinsen. Mein Körper war voll mit Adrenalin und alle Schmerzen waren vergessen. Mit einem Sprungwurf warf ich mich ins Ziel und wurde sogleich von allen UVU Teammates mit einer Bierdusche begrüßt! Was für ein Gefühl. Nach 13 Stunden und 53 Minuten hatte ich es tatsächlich geschafft. Schade für die Italienerin, das ist wirklich bitter. Aber wer weiß: ich hätte sie vielleicht auch noch überholt. Auf 100 Kilometern kann wirklich alles passieren! Mein größter Dank geht an UVU (You versus You) Racing- besonders an Basti für all die guten Zusprüche und den Support! UVU konnte sich an diesem ersten Teamevent super präsentieren. Dan Doherty konnte auf den 3. Rang bei den Männern laufen und auch Tim Wortmann ist als 7. mit einer sehr guten Zeit ins Ziel gelaufen!
Jetzt heißt es erstmal Regeneratio: Im Heilbad St. Moritz gab es ein Kohlensäurebad und anschließend eine tolle Massage von Britta. Danach einen Liter Heilbadwasser und ein paar Gummibärchen, damit die Gelenke wieder geschmeidig werden! 
Rock n Roll!
Bierdusche von Basti

Björn, AMF und Basti

Noch frisch und fit bei KM 15

Immer vorne mit dabei...




UVU Racing Teammates


Lets rock it!



Dan Doherty 3rd place men overall

Dan und Reiner

JP from the Netherlands!

Michael Wardian

Mohamed Ahansal

Rainer
Famous UVU Team
Terry

Fotos @ UVU RACING (Moritz Garhammer) und Sportfotograf. Bilder dürfen nur mit den entsprechenden Credits verwendet werden.